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Chronik Oberösterreich
05/02/2021

„Der Körper reagiert und bildet eine Immunantwort“

Welche Reaktionen sind nach einer Covid-Impfung normal, wann braucht es ärztliche Abklärung?

von Claudia Stelzel-Pröll

Es ist Gesprächsthema. Auf der Straße, im Wohnzimmer, im Netz. Was passiert mit mir nach einer Covid-19-Impfung? In den Weiten des Internets kursieren wildeste Geschichten über angebliche Impfschäden. Keine Impfung der Geschichte war je so gut überwacht wie diese, die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

„Lassen Sie es mich auf den Punkt bringen. Derzeit sind auf eine Million Geimpfte fünf schwere Ereignisse wie etwa Hirnvenenthrombosen dokumentiert. Dieser Zahl stehen 39 genau dieser schwerwiegenden Ereignisse, ausgelöst durch eine echte Covid-Erkrankung, bei einer Million Erkrankten gegenüber“, erklärt Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepleruniklinikum in Linz.

Nicht bedenklich

„Natürlich gibt es Impfreaktionen, entweder lokal an der Impfstelle oder eben generalisiert. Zwei von drei Geimpften haben diese Reaktionen, das kann etwa Fieber sein, oder Glieder- oder Kopfschmerzen, starke Müdigkeit, Schüttelfrost. Das ist nicht bedenklich. Das bedeutet, dass der Körper auf die Impfung reagiert und eine Immunantwort bildet“, sagt Experte Lamprecht. Jene, die nach der Impfung nichts spüren, müssen nicht beunruhigt sein, die Impfung wirke trotzdem, so Lamprecht. Die Reaktionen treten meist an den Tagen 1 bis 3 nach der Impfung auf.

Ab wann ist Vorsicht geboten? „Wenn man an den Tagen 4 bis 16 nach der Impfung plötzlich starke Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Schmerzen in Armen und Beinen entwickelt, ist eine ärztliche Abklärung auf jeden Fall sinnvoll“, resümiert Bernd Lamprecht.

„Der Nutzen der Covid-Schutzimpfung überwiegt gravierend gegenüber den sehr, sehr seltenen Thrombosen. Die Impfung ist alternativlos, nur damit können wir wieder einen halbwegs normalen Alltag haben“, schließt Ulrike Waltl, Impfreferentin der Ärztekammer OÖ und Kinderärztin in Bad Goisern.

Jetzt kommen die Über-50-Jährigen dran

Nachdem Niederösterreich diese Woche angekündigt hat, die Corona-Impfungen für alle Altersgruppen ab Anfang Mai zu öffnen, wurde in Oberösterreich entschieden, bei der vereinbarten Vorgangsweise zu bleiben. Grund dafür sind die immer nur für zwei Wochen verlässlich zugesagten Impfstofflieferungen. Mittel- und langfristige Planungen sind daher derzeit noch nicht verlässlich möglich.

Im Mai stehen die über 50-Jährigen im Fokus. Nach Abschluss dieser Gruppe soll das Impfangebot für alle Altersgruppen geöffnet werden. „Wir sind derzeit in der Lage, unsere Einladungen zu Impfungen mit gesicherten Impfstoffmengen auszusprechen. Diese Verlässlichkeit wollen wir   beibehalten. Sobald  die Zielgruppe der über 50-Jährigen geimpft ist, muss es eine Öffnung der Impfungen geben. Das muss aber bundesweit einheitlich geschehen“, sagt  LH-Stellvertreterin  Christine Haberlander, VP. Alleine in dieser Woche wurden mehr als 65.000 Impfungen durchgeführt.
 www.ooe-impft.at

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