Chronik | Oberösterreich
06.05.2018

Barfußlaufen ist Balsam für die Beine

Glosse. Wie man sich nach dem Marathon erholt.

Viele werden sich mit Freude an ihren Marathon zurückerinnern. Andere hingegen werden wohl schon allein beim Gedanken daran Schweißperlen auf der Stirn und brennende Muskeln verspüren. Ein derartiger Wettkampf schreibt eben viele Geschichten. Doch nun ist der Marathon, für den wir sowohl viel Trainingsfleiß als auch Zeit investiert haben, Vergangenheit. Denjenigen, die ihr gewünschte Zeit erreicht, oder gar unterboten haben, möchte ich gratulieren. Jenen, deren Marathon aus unterschiedlichsten Gründen ganz und gar nicht nach Wunsch verlief, möchte ich Mut zusprechen, sich irgendwann einmal wieder über diese verflixten 42,196 km zu wagen. Kopf hoch, beim nächsten Versuch läufts besser!

Ob geglückt oder missglückt, eines werden wohl alle im Übermaß verspüren: Muskelkater. Auch ich kämpfte nach jedem meiner Marathons mit diesen äußerst unangenehmen Muskelschmerzen. Nicht selten bewältigte ich Treppen sprichwörtlich im Rückwärtsgang. Öfters dachte ich mir dabei, mein Marathon geht in die Verlängerung und wie lange werde ich wohl pausieren müssen?Wie stelle ich mir meine Regeneration vor – aktive oder inaktive Regeneration? Spätestens bei dieser Frage, gibt es unterschiedlichste Ansichten und Meinungen. Während die einen die Beine hochlegen, Sauna, Massagen, Sonne, Badeurlaub und bis hin zu 42 Tagen Laufpause genießen, versuchte ich schon am Tag nach dem Wettkampf, aktiv meine Regeneration zu beschleunigen. Nicht mit Laufen auf der Straße, sondern ein Sportplatz mit schönem weichen Rasen war mein Regenerationsfeld. Ausschließlich barfuß absolvierte ich ein leichtestes Dehn- und Laufprogramm über 50 Minuten, mit einem anschließenden warmen Bad. Gerade das Barfußlaufen war Balsam für meine Beine. Zudem profitierte ich nebenbei von einer unglaublichen Fußreflexzonen-Massage, die meine Durchblutung noch zusätzlich förderte. Nach sieben Tagen Sportplatztheraphie hatte ich nahezu immer wieder laufhungrige und einigermaßen erholte Beine.

Für welche Form der Erholung Sie sich immer entscheiden, ich wünsche mir, dass Sie möglichst bald wieder beschwerdelos für den nächsten Wettkampf trainieren können.

Gerhard Hartmann war 58-facher österreichischer Staatsmeister und gewann 1985, 1986 und 1987 die Marathons in Wien. Seine nächste Glosse erscheint in 14 Tagen, am 22. Mai.