Chronik | Oberösterreich
24.01.2012

Auto schlug Loch in Hauswand

Familie in Steinerkirchen fühlt sich nicht mehr sicher: Es war bereits der dritte derartige Unfall binnen eineinhalb Jahren.

Johann Scheureder steht inmitten schwerer Mauertrümmer in der Waschküche seines Hauses in Steinerkirchen und begutachtet den Schaden. „Uns bleibt nur zu hoffen, dass die Statik des Gebäudes nichts abbekommen hat“, sagt der Chef eines Installationsbetriebs.

Ein 75-jähriger Autolenker war am Sonntagabend bei einem Ausweichmanöver auf einer Kreuzung der L 537 in die Hausfassade gekracht und hatte ein 1,5 Meter großes Loch geschlagen. „Beim Aufprall sind die Ziegel quer durch die Waschküche geflogen – das hätte sicher schwere Verletzungen zur Folge gehabt“, mutmaßt Scheureder.

Jürgen Z., der Lebensgefährte seiner Tochter Tanja, habe sich zum Zeitpunkt des Unfalls mit dem drei Jahre alten Golden Retriever Paluga allein im ersten Stock aufgehalten. „Er sagt, dass es einen gewaltigen Rumpler gegeben hat und der Hund dann laut winselnd zum Nachbarhaus geflüchtet ist.“ Das Tier war auch am Montag noch verstört und wollte die Waschküche keinesfalls betreten. „Er hat einen ziemlichen Schreck bekommen.“

Häufung

Der Schaden in der Wand wurde zwar am Sonntag notdürftig mit Schaltafeln verhüllt. Doch die Sanierungsarbeiten starten erst in den nächsten Tagen – nach Begutachtung durch Versicherungsexperten und Bausachverständige.

„Wieder einmal“, sagt Tochter Tanja und seufzt. Sie konnte Tränen nicht verhindern, als sie nach Hause kam und die Bescherung sah.

Die Familie fühlt sich nach dem jüngsten Vorfall nicht mehr sicher im Haus. Es war dies binnen eineinhalb Jahren bereits der dritte derartige Unfall. „Im Sommer hat ein Auto unsere Gartenmauer umgefahren. Und vor eineinhalb Jahren ist ein Pkw durch den Drahtzaun gerast und an der Außenwand hängen geblieben“, erzählt Hausbesitzer Scheureder. In der Nacht sei es allen schwer gefallen, ein Auge zuzumachen. „Man überlegt dauernd, was gewesen wäre, wenn einer von uns im Raum gestanden wäre.“

Seit zwei Jahren versucht er vergeblich, die Behörden von einer besseren Absicherung der unfallträchtigen Kreuzung zu überzeugen: „Solange es keine Verletzten gibt, scheint das aber niemanden zu interessieren.“

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