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Chronik Oberösterreich
10/04/2021

Aufregung um Impf-Predigt von HAK-Professorin: Ungeimpfte sind "Dodln"

Das Thema Corona-Impfung ist für den Schulunterricht ein sehr heikles Thema. Eine HAK-Professorin in Oberösterreich dürfte da zu weit gegangen sein, wie ein Video in den Sozialen Netzwerken zeigt.

von Patrick Wammerl, Petra Stacher

Aufklärungsarbeit in Sachen Corona-Impfung ist auch Sache der Bildungseinrichtungen. Dass eine Pädagogin in Oberösterreich aber alle Ungeimpften als „Dodln“ bezeichnet, geht den Jugendlichen, manchen Eltern und vor allem den Freiheitlichen dann doch etwas zu weit.

Ein heimlich mitgeschnittenes Video von einem Informatikunterricht, mutmaßlich aus einer Handelsakademie im Bezirk Linz-Land, zieht derzeit in sozialen Medien weite Kreise. Der Ärger ist groß. Die Pädagogin wirkte auf die Schüler im Unterricht ein, sich doch impfen zu lassen. Dabei schießt sie aber deutlich über das Ziel hinaus.

Wie auch die OÖ Bildungsdirektion gegenüber dem KURIER bestätigt, wird es mit der betroffenen Lehrkraft "ehest" ein „klärendes Gespräch“ in der heiklen Causa geben. Denn: "Wir sprechen uns klar für Aufklärung zum Thema „Corona und Impfung“ aus, unterstreichen dabei aber die neutrale Weitergabe aller Informationen. Auch die Pädagoginnen und Pädagogen sind darauf hingewiesen worden", heißt es von der Bildungsdirektion in einer Stellungnahme.

Zunächst redet die Lehrkraft auf die Mädchen in der Klasse ein: „Milliarden von Frauen sind bereits geimpft, das ist wissenschaftlich belegt. Das hat nichts mit eurer Fruchtbarkeit zu tun.“

Gerüchte dazu halten sich unter Impfgegnern hartnäckig. Wissenschaftlich belegt sind sie nicht. Im Gegenteil: 

Anschließend malt die Lehrerin ein düsteres Zukunftsbild, sollten sich die Schüler nicht impfen lassen.

„Steht in eurem Lebenslauf nicht drinnen, dass ihr Covid-19 geimpft seid, dann könnt ihr aus der Bewerbung gleich einen Papierflieger machen und ihn zum Einheizen vom Kachelofen verwenden. Bis ihr mit der HAK fertig seid, wird es nur noch Geimpfte geben. Und alle anderen werden schlicht und einfach keine Arbeit mehr haben.“ Aber es geht noch weiter: „Wenn irgendein Dodl dabei ist, der sich nicht hat impfen lassen, dann schaut der Arbeitgeber, dass er den Dodl möglichst schnell wieder los wird.“

Die „Moralpredigt“ in Sachen Impfstatus finden einige betroffene Eltern und Jugendliche der Handelsakademie gar nicht lustig und haben das Video deshalb öffentlich gemacht. Die betroffene Lehrerin habe über das Ziel hinaus geschossen.

Für die FPÖ kommt diese Art von Unterricht freilich wie gelegen. Generalsekretär Michael Schnedlitz steht im Kontakt mit erbosten Eltern. Er verlangt disziplinäre Konsequenzen  gegen die Pädagogin. Die gefallenen Sätze hätten nichts mehr mit Aufklärungsarbeit zu tun. „Hier werden 40 Prozent der Bevölkerung als Dodln bezeichnet“, so der Politiker, der gerade rechtliche Schritte prüfen lässt.

Der Bildungsdirektion OÖ ist das Video, das derzeit im Netz kursiert, bereits bekannt. Man werde dazu am Montag im Laufe des Tages offiziell Stellung nehmen, hieß es auf KURIER-Anfrage. Dass es sich dabei um eine Schule in Oberösterreich handelt, konnte vorab bestätigt werden, um welche genau wollte man jedoch nicht bekannt geben. Es wird ein klärendes Gespräch mit der betroffenen Lehrkraft geben.

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