Blick auf die imposante Burg Vichtenstein.

© Josef Leitner

Chronik Oberösterreich
06/20/2020

Auf der höchsten Erhebung des Sauwaldes

Von der Burg Vichtenstein zum urigen Thomandl-Museum. Stadl ist höchstgelegenes Dorf.

Von Josef Leitner

Als wollte der knapp 900 Meter hohe Haugstein mit einem Hochgebirge wetteifern, hat er auf seinem Gipfel mächtige Granitblöcke aufgetürmt. Die höchste Erhebung des Sauwalds liegt zwischen dem Höhenort Stadl (720 Meter) und Vichtenstein. 40 Kilometer lang erstreckt sich die plateauartige Erhebung der böhmischen Masse von der Donauschlucht im Norden bis ins Eferdinger Becken.

Wir begeben uns vom 200-Einwohner-Dörfchen Stadl, der höchstgelegenen Gemeinde des Innviertels, auf die Spuren des großen Sohnes des Ortes, den Jesuiten Johannes Schasching. Der Altbürgermeister von Engelhartszell, Friedrich Bernhofer, war im guten persönlichen Kontakt mit ihm:

„Schasching war Hochschullehrer, Sozialethiker, Autor und ein führender Exponent der katholischen Soziallehre. Viele Jahre verbrachte er, von Rom mit seinem Kleinwagen anreisend, den Sommerurlaub in Stadl. Generaldirektoren und Bischöfe waren dann häufige Gäste in seinem bescheidenen Heim.“

Marienbild

Wir folgen den Spuren Schaschings, der jedes Jahr, begleitet von mehreren Tausend Menschen, auf dem Kreuzweg zur Jagerbild-Kapelle pilgerte. Der Legende nach wurde ein Jäger vor mehr als 200 Jahren von einem weißen Hirsch aus einer misslichen Lage befreit, in die ihn Wilderer gebracht hatten.

Zum Dank ließ er ein Marienbild an einer Buche anbringen. Seitdem ist es Anziehungspunkt zahlreicher Besucher, vor allem aus den umliegenden Gemeinden. Wenige Meter sind es dann zum Haugstein (895 m). Eine mächtige Blockburg thront auf dem Gipfel, als wollte sie diesen zu einer majestätischen alpinen Größe erheben.

Den Eindruck scheinen auch zahlreiche Felsblöcke zu erzeugen, die sich ringsum zu einer wahren Blockhalde versammelt haben.

Wellige Hochflächen

Eine willkommene Abwechslung in der bewaldeten welligen Hochfläche. Der idyllische Wanderweg 810a leitet uns durch sanfte Hügelkuppen weiter. Er ist neben dem Donausteig auch Teil des Rupertiweges, der vom Böhmerwald über das Steinerne Meer zu den Karnischen Alpen führt sowie auch Teil des Inn-Salzach-Weges, der vom Sauwald über Reichersberg nach Ostermiething führt.

Demnächst werden hier Pilger des Benediktweges unterwegs sein. Dieser führt von Schottland bis ins italienische Monte Cassino. Pilgerfreunde können sich auf eine neue spirituelle Herausforderung freuen.

Sie wurde von drei Personen bedient, die damit im Zweiten Weltkrieg große Bäume fällten, um den Weg für Panzer freizumachen. Bei einem Imbiss in seiner Jausenstation erfahren wir auch, woher der Name „Sauwald“ kommt.

Thomandl kennt zwei Erklärungen: Es kann wohl von früher zahlreich vorkommenden Wildschweinen stammen. Wahrscheinlicher ist, den Namen von „Pas-Sau“ abzuleiten, dessen Bischöfe lange Zeit die Herrschaft über die gesamte Region innehatten.

Ferienort

So erreichen wir Vichtenstein, das von der majestätischen gleichnamigen Burg dominiert wird. Bereits 900 Jahre alt, ist die Burg ununterbrochen bewohnt, seit Jahren von der Herrschaft Schulz-Wulkow. Der Blick richtet sich auf die weiter unten fließende Donau und den bayrischen Ort Untergriesbach.

Zu Recht gilt der Ort als einer der schönsten Ferienorte im Sauwald. Die vor wenigen Jahren eröffnete Sauwald-Panoramastraße führt vorbei. Diese werden wir jedoch nicht befahren, sondern kehren auf dem Haugstein-Rundweg zurück nach Stadl.

Urgestein von Stadl

Beim Original und Urgestein von Stadl, Friedrich Thomandl, beenden wir den dreistündigen Rundweg. Im von ihm liebevoll aufgebauten Museum für landwirtschaftliche Geräte gibt es so manche Kuriositäten, z. B. eine Motorsäge aus 1938.

Sie wurde von drei Personen bedient, die damit im Zweiten Weltkrieg große Bäume fällten, um den Weg für Panzer freizumachen. Bei einem Imbiss in seiner Jausenstation erfahren wir auch, woher der Name „Sauwald“ kommt.

Thomandl kennt zwei Erklärungen: Es kann wohl von früher zahlreich vorkommenden Wildschweinen stammen. Wahrscheinlicher ist, den Namen von „Pas-Sau“ abzuleiten, dessen Bischöfe lange Zeit die Herrschaft über die gesamte Region innehatten.

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