Diese Edelkastanie wurde auf 650 Metern Seehöhe zum 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef 1908 gepflanzt. Im Hintergrund das Höllengebirge mit der 1600 m hohen Brennerin .

© /foto-reiter.com | A. Reiter(3)

Naturschätze
08/24/2014

Römer pflanzten hier Edelkastanien

Im milden Klima der Südbucht des Attersees gedeihen Wein und Edelkastanien.

von Josef Ertl

Es ist der einzige Edelkastanienwald nördlich der Alpen. Auf rund sieben Hektar erstreckt sich auf dem Höhenrücken hinter Unterach am Attersee (Bez. Vöcklabruck) eine Ansammlung von 80 prächtigen Edelkastanien. Die ältesten sind 200 bis 300 Jahre alt, manche Stämme sind so dick, sodass sie einer allein nicht umfassen kann.

Ihre Ursprünge sollen auf die Zeit der Römer – es gab hier eine Ansiedelung – zurückgehen, die sie ansetzten, um zu testen, ob Weinbau möglich ist. Denn die Edelkastanien benötigen für ihr Gedeihen ein mildes, frostfreies und nicht zu trockenes Klima, Weinklima genannt. "Das trifft hier in der Südbucht des Attersees zu", sagt Gerhard Schlichtner. "Hier herrscht ein Mikroklima, die durchschnittliche Temperatur ist höher und es gibt keinen Ostwind." Der 64-Jährige war von Beruf Förster und betreut die Edelkastanien, die unter Naturschutz stehen. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Gemeinde Unterach, wann immer es möglich war, den Wald Stück für Stück aufgekauft hat, um ihn zu erhalten. "Ohne forstliche Eingriffe geht es nicht", sagt er, "man muss die konkurrierenden Arten wie Ahorn oder Hainbuchen wegschneiden." Dass der Wald ein wertvolles Kleinod ist, wissen die Unteracher schon lange. Er ist ihr Naherholungsgebiet. Auf der Hügelspitze wurde 1908 zum 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef eine Kastanie gepflanzt. Bereits 1937 beantragte der Verschönerungsverein bei der Landesregierung die Unter-Bann-Legung des Areals.

Im Herbst, wenn die Kastanien reif sind, ziehen Heerscharen von Besucher den rund 2,5 km langen Waldlehrpfad hinauf,um die Kastanien zu sammeln. Am Samstag, 18. Oktober, werden die Edelkastanien mit einem eigenen Fest im Ortszentrum gewürdigt und als Maroni verspeist.

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