H.Grubinger, B. Moritz, D. Nentwich, M.Millidorfer und M. Millidorfer (v.l.)

© honorarfrei/Cityfoto/Mathias Lauringer

Fritsch aus Wagram
03/19/2017

"Alle Weine biozertifiziert"

Riesling und Grüner Veltliner dominieren die Produktion.

von Josef Ertl

Ski fahren ist eine zwiespältige Sache. Diese Erfahrung musste Karl Fritsch, Weinbauer im niederösterreichischen Wagram, machen. Auf den Skiern stehend, wurde er von einem anderen Fahrer gerammt. Aus der Hüfte musste ihm sogar ein Knochen entnommen werden, der beim Schienbeinkopf wieder reinoperiert worden ist. Nun sitzt Fritsch im Rollstuhl und hofft, dass er zur Weinlese im Herbst wieder völlig genesen ist. Sein Vertriebschef Bernhard Moritz vertrat ihn deshalb Mittwochabend bei der Verkostung in der Börserie am Linzer Südbahnhofmarkt.

"Unser wichtigster Schritt war 2006 die Umstellung des gesamten Weinguts auf Biodynamik. Alle unsere Weine sind biozertifiziert", erklärte Moritz den Gästen. Auf rund 30 Hektar werden 20 km östlich von Krems hauptsächlich Weißweine angebaut, der jährliche Ausstoß beträgt rund 170.000 Flaschen. 75 Prozent der Produktion sind Weißweine, Rieslinge und Grüne Veltliner. Ganz entscheidend für den Geschmack sind die Böden. Mineralische Böden lassen einen ganz anderen Wein heranreifen als der in der Gegend dominierende Löß. Seit 2012 setzt Fritsch wieder auf Holzfässer. Der Weinstruktur wegen. Es handelt sich um Akazienholz und nicht um Eiche, weil es nicht darum geht, dass der Wein den Geschmack des Holzes aufnimmt.

Zwei Produkte stachen bei der Weinprobe heraus. Als Aperitif wurde ein Rosé vom Zweigelt 2016 gereicht. Ein leichter, frischer Wein, der zischt und Freude macht. Dabei ist er mit einem Flaschenpreis von sieben Euro günstig. Aufgefallen ist auch noch der Pinot Noir Exlberg 2014. "Er ist eher ein Weißwein,das Einzige,was der Pinot Noir mit dem Roten gleich hat, ist die Farbe", erklärte Moritz. Da der Pinot Noir seine Wurzeln im nordfranzösischen Burgund hat, braucht eine kühlere Gegend.

Viele Gästen gut gemundet hat auch der Grüne Veltliner Mordthal 2015, der wegen des mineralischen Bodens relativ süß schmeckt, obwohl er nicht über mehr Süße verfügt. "Man kann ihn durchaus fünf bis 15 Jahre einlagern", sagte Moritz. Der Alkoholgehalt beträgt 13 Prozent.

Weinbauer zu sein ist keine einfache Sache, da man vom Wettergott abhängig ist. So wurden in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 2015 durch nächtlichen Hagel rund um Wagram 2500 Hektar Weingärten zerstört. 2016 war ebenfalls kein einfacher Jahrgang, da in drei Monaten 800 mm Regen gefallen sind. Die Ernte fiel wegen der extremen Niederschlagsmenge um 20 Prozent geringer aus. "Aber 6000 kg pro Hektar waren okay für uns, das ist verkraftbar", sagt Moritz.

Unter den Gästen: Hubert Stöhr von der Brauerei Eggenberg, die Feinkost-Unternehmerin Elke Riemenschneider, Markus Eiselsberg (Visio Media), Oliver Weberberger von der Konzernkommunikation der Energie AG, das Gastgeberehepaar Marlene und Markus Millidorfer, die Moderatorin Doris Nentwich, deren Verlobter Landesrat Michael Strugl zu späterer Stunde dazu stieß.

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