Chronik | Oberösterreich
03.09.2017

8000 Gemüsekisterl wöchentlich - Biohof Achleitner expandiert

Die Achleitners haben eine Million Euro in den Ausbau des Frischemarktes investiert.

Die Nachfrage nach Bioprodukten ist hoch. Der Biohof Achleiter in Eferding liefert wöchentlich rund 8000 Biokisterl im Raum Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Niederösterreich (bis St. Pölten) aus. Ilse Achleitner, die Chefin, beziffert das Wachstum mit jährlich fünf bis sieben Prozent. Am Freitag wurde der Biofrischemarkt in Eferding, der renoviert und erweitert worden ist, eröffnet. Auf 500 Quadratmeter Fläche werden rund 5000 Produkte angeboten.

Eine Million investiert

Der Konsument kann dort nicht nur einkaufen, sondern auch essen. Das Bio-Kulinarium erstrahlt in neuem Glanz und bietet Platz für 100 Gäste. Das Ehepaar Achleitner hat sich den Umbau in Summe eine Million Euro kosten lassen.

Das Ehepaar, das ihre Landwirtschaft bereits 1990 auf Bio umgestellt und einen Hofladen eröffnet hat, prduziert auf dem eigenen Hof auf rund 100 Hektar Bio-Gemüse. Dazu kommen noch die Produkte von rund 100 Bio bauern in Österreich, aber auch von Partnern aus dem Ausland. Mit vielen gibt es bereits eine jahrelange Zusammenarbeit. So zum Beispiel mit der Biohofbäckerei Mauracher aus Sarleinsbach, mit dem Biofleischer Höglinger aus Putzleinsdorf, dem Biohof Hackl aus Altenfelden (Topfen). Die Nachbarin Marianne Leberbauer kann von sechs Hektar Gemüseanbau im Vollerwerb leben, Pflügelmeier Essiggemüse kann mit 30 Hektar 40 Leute beschäftigen, der Nachbar Biohof Raab hat 2005 auf Bio umgestellt und anfangs Rapsöl für die Achleitner-Fahrzeuge hergestellt. Heute werden dort hochwertige Speiseöle produziert.

Größter Bio-Vermarkter

Neben dem Bio-Frische markt und dem Bio-Kulinariumfasst der Biohof noch zwei weitere Geschäftsbereiche: dieBiokiste, ein Lieferservice für Bio-Lebensmittel für Haushalte, Firmen und Schulen sowie den Großhandel, der als größter Vermarkter für Bio-Obst und -Gemüse für den Fachhandel und die Gastronomie in Österreich gilt. Achleitner macht einen Gesamtumsatz von rund 20 Millionen Euro. 130 Mitarbieter sind im Großhandel beschäftigt, 22 im Frische markt und 60 bei der Biokiste.

"Wir sehen es als unsere Aufgabe, eine Vermarktungsalternative für kleine und mittlere Betriebe zu bieten", sagt Günter Achleitner, "wir wollen kleinen Lieferanten eine Bühne geben." Bereits im November trifft er mit den Liferanten zusammen, um die nächste Anbausaison zu besprechen und zu planen. "Es ist uns auch wichtig, dass alles verwertet und nichts weggeworfen wird. Wir haben eine eigene Kompostanlage, wir schaffen uns damit einen eigenen Kreislauf, wir bauen nie Monokulturen an." Das Ehepaar lehnt auch Billig aktionen ab, mit denen woanders Käufer in die Märkte gelockt werden. DieProduktsicherheit sei ganz wichtig, sie solle durch die biologische Saatgutvermehrung gesichert werden.

Enkelgerecht

Der Biohof bietet auch Kochkurse an, denn "das Kochen ist völlig verloren ge gangen" ( Ilse Achleitner). In den Biokisterln finden sich auch entsprechende Rezepte. Für die Mitarbeiter wird stets biologisch gekocht. Der Fuhrpark wird auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Als Leitlinie für ihre Arbeit zitiert das Unternehmerehepaar den Salzburger Religionsphilophen Clemens Sedmak, der vom enkel-gerechten Wirtschaften spricht.