Chronik | Oberösterreich
17.03.2012

80 Jahre und kein bisschen leise

Bei einem zweitägigen Fest mit hochrangigen Gratulanten wurde der Geburtstag des Komponisten Balduin Sulzer gefeiert.

Meine Zukunftsvision? Dass in exakt 637 Jahren ein arbeitsloser Dissertant meine Notenköpfe findet, die ich in meinem Mausoleum versteckt habe, und sie aufführt“, scherzte Balduin Sulzer am Freitag im Brucknerhaus in Linz. Derlei humorvolle Antworten bekam jeder zu hören, der dem 80-Jährigen zum Geburtstag gratulierte und unschuldig fragte, was er in seinem Leben denn noch vorhabe.

Festreigen

Die größten Musikeinrichtungen des Landes, kirchliche Würdenträger wie Bischof Ludwig Schwarz, Altbischof Maximilian Aichern und Abt des Stifts Wilhering, Pater Gottfried Hemmelmayr, sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur bereiteten dem Jubilar an diesem Wochenende einen Festreigen, der nach einem umfassenden Programm um zwei Uhr morgens im Brucknerhaus endete. Dort spielte das Oberösterreichische Jugendsinfonieorchester Szenen aus seiner Erstlingsoper „In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa“. Die Moderatorin Ulla Pilz, eine ehemalige Schülerin, führte durch den Abend.

Begonnen hat der zweitägige Geburtstagsmarathon am Donnerstag im gesteckt vollen Linzer Landestheater mit dem Bruckner Orchester. Landeshauptmann Josef Pühringer ließ in seiner Rede kein Lob über einen der „bedeutendsten Komponisten der Republik“ aus und betonte, wie unverwechselbar Sulzer auch in seiner Erscheinung sei: „Der Kopf, diese Frisur, du bist eben einer aus dem Lumpigraben.“ Sulzer, ein gebürtiger Großraminger, konterte mit einer Anekdote. Seine Mutter habe einmal beim Hören seiner atonalen Musik gemeint: „Der Bua wird’s schon noch lernen.“ Sulzer entschuldigte sich bei jenen, die ihrer Meinung sind.

Ehrung

Als Höhepunkt der Feierlichkeiten wurde Sulzer zum Ehrenmitglied des Linzer Landestheaters ernannt – er ist damit nach Alfred Stögmüller, dem ehemaligen Intendanten, das zweite in der Geschichte. Zudem wurde Sulzer vom Intendanten Rainer Mennicken beauftragt, die Einlass- und Pausenmelodie des neuen Musiktheaters zu komponieren. Sulzer war „baff, bäffer und baffissimo“.