Zwei Tote, eine Verletzte bei Familiendrama in Deutsch Wagram

Tatort in Deutsch-Wagram © Bild: /Roland Pittner

Samstagnacht soll ein Mann mit einem Messer auf seine Eltern und seine Ehefrau eingestochen haben. Kinder sahen zu

An der Wohnungstür waren am Tag nach der Tragödie noch die blutigen Spuren zu sehen. Ein amtliches Siegel verklebte den Türspalt des Domizils in Deutsch-Wagram (NÖ). Der 36-jährige Milan A. steht im dringenden Verdacht, hier Samstag am späten Abend seinen Vater und seine Stiefmutter mit einem Küchenmesser getötet zu haben.

A. war mit seiner Ehefrau und seinem elfjährigen Sohn bei seinem Vater, seiner Stiefmutter und seinem 13-jährigen Stiefbruder in Deutsch-Wagram zu Besuch. Gegen 22 Uhr eskalierte die Lage plötzlich aus bisher noch ungeklärter Ursache.

Küchenmesser

Der vorbestrafte Milan A., ein Österreicher mit serbischen Wurzeln, soll zu einem Küchenmesser gegriffen und auf seine 52-jährige Stiefmutter sowie seinen 55-jährigen Vater eingestochen haben. Beide wurden getötet. Auch seine Ehefrau wurde mit mehreren Messerstichen verletzt. Die beiden Kinder sollen bei der Attacke zugesehen haben, blieben selbst aber unverletzt. „Der Sohn der Familie hat die Polizei verständigt“, sagt Polizeisprecher Markus Haindl.

Als die Beamten eintrafen, kletterte der Verdächtige aus dem Fenster ins Freie. Er hatte laut Polizei noch das Messer in der Hand und soll damit gedroht haben, auf seinen Sohn einzustechen, den er festhielt. Der Elfjährige konnte sich allerdings befreien. Die Polizisten gaben einen Warnschuss ab, worauf der Verdächtige das Messer fallen ließ. Er wurde sofort festgenommen. Die Frau wurde mit dem Notarzt ins Wiener AKH gebracht und notoperiert. „Ihr Gesundheitszustand ist derzeit stabil“, sagt ein Polizist.

Motiv unklar

Das Motiv für die Tat blieb vorerst unklar. Die Einvernahmen war laut Polizeisprecher „nicht zielführend“. Eine psychische Erkrankung könne nicht ausgeschlossen werden, erklären die Ermittler.

Willi N. ist Nachbar des getöteten Ehepaars: „Ich bin schockiert“, sagte er zum KURIER. „Ich habe die Familie gekannt und mich immer nett mit den Nachbarn unterhalten. Es ist alles sehr dramatisch.“

Auch in der Nachbarortschaft, in der Milan A. mit seiner Familie lebte, sitzt der Schock tief. „Dass er so etwas macht, hätten wir nicht gedacht“, sagt ein Nachbar. In den letzten Tagen habe A. sich aber komisch benommen. „Früher war die Polizei öfter hier, aber in letzter Zeit nicht.“

( kurier.at , RP ) Erstellt am 12.02.2017