Die Zukunft der Gesundheitswirtschaft NÖ ist digital
Expertinnen und Experten besprechen gemeinsam mit LH Johanna Mikl Leitner Zukunftspotentiale des Wirtschaftsfaktor Gesundheit.
„Wirtschaftsweisen“ - so nennen sich Expertinnen und Experten, die das Land Niederösterreich in Wirtschaftsangelegenheiten beraten. Bei einem Treffen mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrat Anton Kasser und Vorstand der NÖ Landeskliniken Bernhard Kadlec sprachen sie über Zukunftspotentiale der niederösterreichischen Gesundheitswirtschaft. Mit einem eindeutigen Ergebnis: In Digitalisierung und Regionalität findet das NÖ Gesundheitssystem seine ökonomische Stärke.
KI als Schlüsseltechnologie
Besonderes Potential bieten in Niederösterreich die sogenannten Life Sciences, die sich mit Strukturen und Prozessen von Lebewesen beschäftigen. In Kombination mit dem Einsatz moderner Technologie wie künstlicher Intelligenz kann sich hier in den nächsten Jahren wirtschaftlich einiges tun.
Schon jetzt sind in Niederösterreich mehr als 100 Unternehmen direkt in der Medizintechnik, pharmazeutischen Entwicklung und Produktion tätig. Das Produktspektrum ist breit und reicht von Spezial-Verbandstoffen über künstliche Hüftgelenke bis hin zu Produkten zur Blutreinigung.
Roboter assistieren bei Chirurgie
Der NÖ Gesundheitsplan 2040+ soll hier ansetzen und die medizinische und pflegerische Versorgung in Niederösterreich gezielt weiterentwickeln. Eine zentrale Rolle spielt dabei als größte Gesundheitsorganisation des Bundeslandes die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA).
Der für Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser hebt insbesondere die Weiterentwicklung der roboterassistierten Chirurgie als Meilenstein hervor. Diese moderne Technologie ermögliche besonders präzise und schonende Eingriffe und zeige, wie künstliche Intelligenz (KI) unmittelbar zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen könne.
In den Landeskliniken wird bereits mit KI gearbeitet, beispielsweise um Krankheiten schneller zu erkennen und Behandlungen zu verbessern. Im Universitätsklinikum St. Pölten ist KI zum Beispiel bei der Dickdarmkrebsvorsorge im Einsatz. Auch an der Universität für Weiterbildung in Krems wurde kürzlich eine neue Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt „KI in der Gesundheit“ eingerichtet.
Austausch und Innovation
Auf gegenseitigen Austausch und Innovationskraft will das Land NÖ in Zukunft ebenfalls stärker setzen. Die bei ecoplus angesiedelte Plattform für Gesundheitstechnologie dient als zentrale Vernetzungsstelle für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Akteure im Gesundheitswesen in NÖ. Ein neuer Prototypen-Call der Wirtschaftsförderung des Landes soll unterdessen die rasche Umsetzung von Innovationen unterstützen.
Neben Digitalisierung durch KI und technischen Innovationen spielt auch die regionale Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle für die Gesundheitswirtschaft in Niederösterreich.
Bernhard Kadlec, Vorstand für Finanzen, Digitalisierung und Resilienz der NÖ LGA, sagt dazu: „Kurze Transportwege und der Einsatz von möglichst lokalen Frischeprodukten prägen unsere Lebensmitteleinkaufstrategie und helfen uns im täglichen Betrieb der Küchen in unseren Kliniken und Pflege- und Betreuungszentren. Gerade die internationalen Krisen der letzten Zeit haben bewiesen, welchen Vorteil eine resiliente, abgestufte lokale, regionale und europäische Beschaffungsstrategie bietet.“
Mit der Beschaffung regionaler Produkte verbessere man nicht nur den ökologischen Fußabdruck der Gesundheitsbetriebe, sondern stärke auch die niederösterreichische Wirtschaft.
„Durch die Verbindung von hoher medizinischer Qualität, Innovationskraft und regionaler Versorgungssicherheit wird die Gesundheitswirtschaft weiterhin eine Schlüsselrolle für die Entwicklung unseres Landes spielen“, fasst Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Treffen der „Wirtschaftsweisen“ zusammen.
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