„Wutbürger“ gegen den Windpark

Die Gegner hoffen auf Unterstützung der Landesregierung. Der Göllersdorfer Bürgermeister sieht darin Sticheleien.

Ich bin  wütend!“: Mails mit diesem oder ähnlichem Betreff trudeln derzeit laufend in der Landesregierung und bei Medien ein. Verfasser sind die Gegner des geplanten Windparks im Wald von Göllersdorf. Sie beschweren sich über „Drüberfahr-Methoden“ und angebliche „Gesetzes-Missachtung“. Dem angegriffenen VP-Bürgermeister Josef Reinwein reicht’s: „Die Gegner sollen das Ergebnis der Befragung endlich akzeptieren. Sie wollen gar keine Alternativen, sie wollen nur verhindern.“

Im vergangenen Jahr stimmten die Gemeindebürger über den Windpark mit 14 Rädern ab. Das Ergebnis war eindeutig: 68,59 Prozent der Wähler stimmten für das Projekt. Im Detail sieht die Sache allerdings anders aus. Denn in den beiden Ortschaften, die am meisten davon betroffen sind, stimmten die Bürger zu 80 Prozent mit „Nein“. Und die Gegner sammelten auch 424 Unterschriften für einen Initiativantrag – sie wollen eine eigene Befragung für die Bewohner von Porrau und Bergau.


Weiterer Vorwurf: Der Initiativantrag werde verschleppt. „Was soll das?“, fragt sich der angegriffene Bürgermeister. „Es war von Anfang an klar, dass das Ergebnis der Befragung bindend ist. Und jetzt wollen die Gegner die Leute wieder aufstacheln. Ohne Rücksicht auf Verluste.“ Auch er wolle eine rasche Entscheidung und Beschlüsse im Gemeinderat. Doch er sei nach einem Skiunfall so gut wie außer Gefecht. „Ende Jänner kommt der Gips runter, dann tu ich mir auch wieder leichter“, meint Reinwein. Der Februar sei dann der Monat der Taten und Entscheidungen.


Die Taten heftet sich auch die Gegner-Initiative Waldschutz auf die Fahnen. Sie  will eine Gemeinschafts-Photovoltaik-Anlage errichten. „Das ist echte Bürgerbeteiligung im Sinne des Naturschutzes.“

( Kurier ) Erstellt am 17.01.2012