Wohnungsbrand: Vater rettet Kinder aus Feuer

Ein Brand zerstörte in Krems die Wohnung einer vierköpfigen Familie, die allein von der Notstandsunterstützung lebt.

Die Wohnung ist egal, ich bin nur glücklich, dass die Kinder leben“, sagt Peter Mazura, 35, mit Tränen in den Augen. Mit verbundenem Kopf steht er im Kinderzimmer neben dem verkohlten Stockbett seiner Kinder Angelina, 2, und Peter, 4, die er im letzten Moment retten konnte. Seine zweijährige Tochter wurde mit Verbrennungen an der rechten Hand und einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus St. Pölten geflogen. Die ebenerdig gelegene Wohnung in Krems ist Montagnachmittag zum Großteil ausgebrannt.

„Ich war im Schlafzimmer, als ich plötzlich eigenartige Geräusche gehört habe“,erzählt Vater Peter Mazura. Zuerst habe er angenommen, es regne stark und habe aus dem Fenster gesehen. Weil das nicht der Fall war, schaute er nach und entdeckte die Flammen. „Lauf schnell hinaus, ich hol die Kinder“, habe er seiner erschrockenen Frau zugerufen und sei ins Kinderzimmer gestürmt. „In dem Raum hat es bis zur Decke gebrannt. Die Tochter hat zum Glück eine Decke über den Kopf gezogen. Sie ist so ein kluges Mädchen“, sagt Mazura.

Brandblasen

Er habe die beiden Kinder geschnappt und ins Freie gebracht. Dabei hat er sich am Kopf leicht verletzt. „Das ist nichts“, wehrt er ab. Aber: „Angelina hat danach Blasen auf der Hand bekommen“, erzählt Mazura und blickt sich verzweifelt zwischen verkohlten Möbeln um „Wir haben ohnehin nichts. Ich kann seit Jahren nicht arbeiten, weil ich Epileptiker bin, wir leben vom Notstand“, sagt er. Erst kürzlich habe er einen Teil der Wohnung renoviert. Wie es zu dem Feuer kam, kann er sich nicht erklären. Mazuras einziger Trost: Die Küche ist zwar ebenso wie das Kinderzimmer ausgebrannt, aber es sind Möbel für eine neue bestellt: „Ich hoffe, irgend jemand hilft uns jetzt.“

Schon 2007 hatte eine Kerze, mit der eine Pensionistin ihr Gefrierfach abtauen wollte, im selben Haus einen Wohnungsbrand verursacht.

 

( Kurier ) Erstellt am 31.01.2012