Zwei Drittel des Windstroms in NÖ werden im Winter erzeugt
Die Energieerzeugung durch Windkraft wird in Niederösterreich seit Jahren forciert. Vor allem im Winter ist dies von großer Bedeutung, wie sich in den letzten Wochen gezeigt hat. „Bei Schneefall, eisiger Kälte und starkem Wind beweist die Windkraft ihre Stärke“, erklärt EVN Vorstandsdirektor Stefan Stallinger.
"Rund zwei Drittel des jährlichen Windstroms werden in den Wintermonaten generiert. Dann, wenn die Wasserkraft traditionell eher schwach ist und auch der Sonnenstrom aufgrund der dunklen Jahreszeit eher ausbleibt."
In Niederösterreich beträgt der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung in den Wintermonaten durchschnittlich rund 80 Prozent. „Es gibt also regelmäßig Phasen, in denen die Windkraft den Strombedarf unseres Bundeslandes deckt“, sagt Stallinger.
Ausbau geht weiter
Die EVN will ihre Windkraftleistung bis zum Jahr 2030 von rund 561 auf 770 Megawatt und die Photovoltaik-Leistung von aktuell 133 auf 300 Megawattpeak ausbauen“, kündigt der EVN-Vorstand an. "Im Jahr 2026 befinden sich vier Windparks und eine PV-Anlage gleichzeitig in Bau. Dies sind die Windparks Ebenfurth, Neusiedl an der Zaya, Großsierning und Großkrut-Poysdorf, sowie die PV-Anlage in Ollersdorf."
Grundlage für ein erneuerbares Energiesystem sind aber starke Netze, um die hohen Einspeisemengen auch zu transportieren. Dazu kommt: Sonne und Wind sind eben nicht immer verfügbar, weshalb Speicher eine Verteilung ermöglichen sollen. „Im Jänner 2026 hatten wir im Netz NÖ manche Stunden mit 1.800 Megawatt Erzeugung aus Wind – und zehn Stunden später dann gar keine”, erläutert Stallinger.
Zum Vergleich: Die Höchstlast beim Verbrauch liegt bei rund 1.600 Megawatt.
Laufende Modernisierung
Trotz dieser Schwankungen bleibe die Versorgung stabil. “Denn in Niederösterreich haben wir ein Netz, das mit diesen Schwankungen schon umgehen kann”, so Stallinger. Dieses Netz werde auch laufend ausgebaut und modernisiert. Man arbeite an "intelligenten, digitalen und innovativen Lösungen".
Bis 2034 sollen 55 Umspannwerke inklusive Anschlussleitungen neu gebaut werden (derzeit sind 92 Umspannwerke in Betrieb). Man will jährlich rund 700 Trafostationen errichten und etwa 1.000 Kilometer Kabel pro Jahr verlegen. "Dieser starke Ausbau ist zwingend notwendig. Denn der Umbau des Energiesystems schreitet mit großen Schritten voran. Rund 25 Prozent der Sonnenkraftwerke Österreichs befinden sich hier in Niederösterreich – und mehr als 50 Prozent der Windkraftanlagen", betont Stallinger.
Die "Netz NÖ" investiert alleine in diesem Geschäftsjahr rund 520 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur.
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