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NÖ Jagdverband warnt vor erhöhter Wildunfallgefahr

Mit dem Beginn der Rehbrunft Ende Juli steigt auch die Gefahr von Wildunfällen.
Der Rehbock treibt die Geiß.

Während der Paarungszeit verfolgen Rehböcke die flüchtenden Geißen oft über weite Strecken. Beide Tiere sind dabei so stark aufeinander konzentriert, dass sie ihre Umgebung kaum wahrnehmen. Dadurch kann es vorkommen, dass Rehe auch tagsüber plötzlich und mit hohem Tempo die Straßen queren. 

Der niederösterreichische Jagdverband appelliert, dass besonders Autofahrer in den kommenden Wochen besonders aufmerksam fahren sollen. „Während der Brunft haben Bock und Geiß nur Augen füreinander. Sie sind unaufmerksam und für Autofahrer aufgrund von Richtungswechseln schwer berechenbar. Deshalb sollten Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit anpassen und besonders auf Straßenränder achten“, appelliert Landesjägermeister Christoph Metzker.

30.000 tote Wildtiere auf den Straßen

In Niederösterreich kommen jährlich mindestens 30.000 Wildtiere bei Verkehrsunfällen ums Leben, rund die Hälfte davon sind Rehe. Um diese Zahl zu verringern, setzt der niederösterreichische Jagdverband gemeinsam mit seinen Partnern auf ein umfassendes Maßnahmenpaket. Im Rahmen des Projekts „Wildtiere & Verkehr“ werden an besonders gefährdeten Straßenabschnitten optische und optisch-akustische Wildwarnsysteme installiert.  

Bisher wurden gemeinsam mit den zuständigen Straßenmeistereien in 516 Jagdrevieren entlang von 1.963 Kilometern Landesstraßen rund 140.000 optische und 7.000 optisch-akustische Wildwarngeräte angebracht. Das entspricht in etwa der Strecke von Wien nach Barcelona. Laut dem niederösterreichischen Jagdverband konnten die nächtlichen Rehwildunfälle auf entsprechend ausgestatteten Straßenabschnitten um bis zu 70 Prozent reduziert werden. 

Richtiges Verhalten bei Wildunfällen

Bei einer gefährlichen Situation mit einem Wildtier auf der Fahrbahn gilt: stark abbremsen, das Lenkrad festhalten und wenn möglich nicht ausweichen. Denn Ausweichmanöver bergen oft ein höheres Risiko für die Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer als eine Kollision

Nach einem Wildunfall sollte das Fahrzeug angehalten und die Unfallstelle abgesichert werden. Verletzte Personen sind zu versorgen. Anschließend müssen je nach Situation Rettung oder Polizei verständigt werden. Jeder Wildunfall ist der Polizei zu melden, auch wenn das Tier nach der Kollision flüchtet. Die Polizei informiert die zuständige Jägerschaft, die sich um die Nachsuche und Bergung des Tieres kümmert. Das Wildtier darf keinesfalls mitgenommen werden.

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