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Tierschutz Austria am Limit: 250 Wildtiere an einem Wochenende aufgenommen

Alleine am vergangenen Wochenende wurden 250 Wildtiere bei Tierschutz Austria abgegeben, das Schutzhaus steht kurz vor dem Kollaps.
Geschwächte Rehkitze

Die Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad hat Tierschutz Austria an die Kapazitätsgrenze gebracht. Alleine am letzten Wochenende wurden 250 Wildtiere aufgenommen und versorgt – zeitweise bis zu 30 Tiere pro Stunde. Besonders betroffen sind Jungvögel, Mauersegler, Eichhörnchen, Falken, Krähen, Spitzmäuse, Rehkitze und Igel. Die Tiere kollabieren in der brütenden Hitze, viele schaffen es nicht mehr rechtzeitig.

Mauersegler

Mauersegler-Küken flüchten aus überhitzten Nestern - obwohl sie noch nicht fliegen können.

„Es fühlt sich an wie ein Tsunami aus leidenden Wildtieren, der über uns hereinbricht“, sagt Stephan Scheidl, Tierheimleiter und Einsatzleiter von Tierschutz Austria. „Jeder weitere Hitze-Tag bringt unser System zum Kippen. Die Tiere kommen mit offenen Schnäbeln, dehydriert, völlig entkräftet und oft schon halb bewusstlos bei uns an. Viele sind nur noch Schatten ihrer selbst. Wir arbeiten rund um die Uhr, aber unsere Kräfte und Räumlichkeiten sind am Ende. Das hier ist ein Hilferuf aus tiefstem Herzen.“

Die Situation erinnere an die Schwalbenrettung während der Hochwasserkatastrophe. Damals wurden 7.000 Schwalben im Tierschutzhaus in Vösendorf aufgenommen. „Damals wie heute zeigt sich: Wenn die Politik versagt, bleibt der gesamte Schutz der Wildtiere an den ehrenamtlichen Helfern und privaten Organisationen hängen. Es gibt keine Hitzepläne für Wildtiere der zuständigen Staatssekretärin. Keine koordinierte Unterstützung“, kritisiert Scheidl.

Pflege von Jungvögeln

Die Pflege von Jungvögeln ist äußerst zeitintensiv.

„Wir sind 100 Prozent privat finanziert – und wir brechen gerade zusammen.“

Die Behandlung und Pflege der geretteten Tiere wird das Tierschutzhaus noch wochenlang stark belasten. „Jeder weitere Tag mit extremer Hitze kann das System endgültig zum Kippen bringen“, sagt Scheidl. „Eine weitere Hitzewelle dieses Ausmaßes wäre für uns nicht mehr stemmbar. Der Aufnahmestopp wäre dann die bittere, letzte Konsequenz – etwas, das wir mit aller Kraft verhindern wollen.“

Tierschutz Austria brauche daher dringend Spender und Spenderinnen und auch Personen, die sich aktiv um Tiere kümmern können. Derzeit werden bei Tierschutz Austria 3.000 Tiere versorgt.

Infos: tierschutz-austria.at 

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