© ÖBB/Robert Deopito

Chronik Niederösterreich
03/03/2022

Viertes Gleis durch Wr. Neustadt: ÖBB mit dem nächsten Mega-Projekt

Für den zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie bis Wien fehlt in Wiener Neustadt ein wichtiger Lückenschluss. Es braucht ein viertes Gleis.

von Patrick Wammerl

In einem Jahr ist der durchgehend zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie von Wiener Neustadt bis Wien-Meidling Realität. Für das wichtige Infrastrukturprojekt fehlt aber noch ein bedeutender Baustein. Und zwar ein viertes Gleis im Stadtgebiet von Wiener Neustadt bis zum Hauptbahnhof.

Grundstücksbesitzer und Firmen entlang der Südbahn und der später abzweigenden Pottendorfer-Linie in Wiener Neustadt staunten nicht schlecht, als sie vor wenigen Tagen überraschend Post von den ÖBB bekamen. In einem Erhebungsbogen hinterfragt die Bahn aktuell die Nutzung der direkt angrenzenden Flächen. Ein gewisser Teil der Grundstücke wird für die Streckenerweiterung benötigt. Deshalb müssen auch Ablösemodalitäten mit den Grundbesitzern getroffen werden. Die Anrainer können sich auf eine dreijährige Bauphase mitten im Stadtgebiet einstellen.

Einbindung für alle Bahnsteige

Wie ÖBB-Sprecher Christopher Seif gegenüber dem KURIER bestätigt, plant die ÖBB einen Ausbau des „Nordkopfes“ vom Wr. Neustädter Hauptbahnhof. „Im Moment verlaufen dort zwei Gleise der Südbahn und ein Gleis der Pottendorfer Linie“, so Seif. Es benötigt aber ein viertes Gleis. „Das ist notwendig, um die ab Dezember 2023 durchgehend zweigleisige Pottendorfer Linie in den Hauptbahnhof effizient einbinden zu können. Es geht darum, die Anbindung der Züge auf allen Bahnsteigen zu ermöglichen, sagt Seif.

Umweltverträglichkeit

Der Baubereich erstreckt sich von der Höhe Wiener Straße (B17) über mehrere Kilometer durch das Flugfeld, die Josefstadt und Teile der Innenstadt. Das Projekt erfordert eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die voraussichtlich Ende 2022 eingereicht wird. Im Falle eines positiven Abschlusses will man 2024 zu bauen beginnen. Die Arbeiten sind bis 2027 geplant. Zur Information der Bevölkerung ist noch im kommenden Sommer eine Plan-Ausstellung in Wr. Neustadt vorgesehen.

Mit dem Vorhaben wird die viergleisige Südstrecke zwischen Wien und Wiener Neustadt Realität. Aus dem Landessüden und dem angrenzenden Burgenland kommen laut ÖBB rund 40 Prozent aller Menschen, die aus dem Umland in die Bundeshauptstadt pendeln. Erhebungen zufolge nutzen aber nur 20 Prozent öffentliche Verkehrsmittel. Deshalb will die ÖBB zur Attraktivierung mehr Kapazitäten schaffen.

Der Bau des vierten Gleises ist für Wiener Neustadt übrigens nicht die einzige ÖBB-Großbaustelle. Aktuell laufen die Vorbereitungen zum Bau der 19 Millionen Euro teuren B54-Unterführung. An dem Nadelöhr treffen täglich fast 16.000 Fahrzeuge auf 500 Züge. Die Folge sind unangenehm lange Wartezeiten. Bis 2025 wird an der Unterführung gebaut.

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