Ferdinand Regner ist ein erfahrener Rebenzüchter

© Gilbert Weisbier

Chronik Niederösterreich
02/07/2019

Wettrennen zwischen Sorten-Anpassung und Klimawandel

Forscher suchen mit Hochdruck nach Reben, die nicht nur gute Trauben bringen, sondern Trockenheit und Schädlinge besser aushalten.

von Gilbert Weisbier

Der Druck, den der Klimawandel auf den Weinbau ausübt, verhilft der Rebenzucht-Abteilung im Bundesamt für Wein mit Sitz in Klosterneuburg bei Wien zu gesteigerter Beachtung. Nachdem man neuen Sorten lange wenig Bedeutung zusprach, hat die Züchtung neuer Genotypen wieder enorme Bedeutung gewonnen. Denn Weinstöcke müssen in Österreich immer mehr Temperaturextreme ertragen und sollen gleichzeitig zunehmenden Schädlingsdruck aushalten. Nun forscht ein Team um Ferdinand Regner, der seit 25 Jahren in der Abteilung arbeitet, auf Hochtouren.

Die Zeit drängt: Rund 25 Jahre Vorarbeit sind nötig bis eine neue Sorte einsatzfähig ist. Ein Zeitraum, in dem sich extrem viel ändern kann.

„Unser Hauptziel ist die Züchtung hochwertiger Rebsorten. Das stärkste Selektionsargument ist die Weinqualität“, erklärt Regner. Nun gibt es bereits viele gute Weinsorten. Doch mehr als bisher ist Stabilität unter ständig erhöhtem Schädlingsdruck gefragt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist teuer, aufwendig und gerade im wachsenden Bio-Segment grundsätzlich unerwünscht.

Hürden

Es gibt aber auch andere Hürden. Die werden am Beispiel zweier neuer Sorten deutlich, die seit Kurzem die Marktzulassung besitzen: Der Donauriesling – er ist seit 2011 auf dem Markt– und der Donauveltliner, der 2015 nachzog. Sie haben die Prozedur, die von der Selektion von Sämlingen über den Anbau als Stock bis zum Test in Weinbaubetrieben reicht, bestanden: Sie sind eigenständige Sorten, die zwar Rheinriesling und dem Grünen Veltliner ähneln, aber doch charakteristisch anders sind.

Schwierig war der Prozess der Namensgebung. Die einen sahen Verwechslungsgefahr, die anderen klare Information über die regionale Herkunft. Diskussionen und speziell Kritik aus der Wachau haben dazu geführt, dass der Donauriesling nicht als „Qualitätswein“ zugelassen ist. Winzer dürfen ihn nur ohne diese Bezeichnung auf dem Etikett verkaufen. Obwohl 500 Winzer, darunter der Verband der Biowinzer, sich für den Namen Donauriesling ausgesprochen haben.

Nun gibt es einen ersten Durchbruch für den Donauriesling: Das Weingut „Winzer Krems - Sandgrube 13“ erreichte mit einem Wein der Sorte beim internationalen PIWI (Pilzwiderstand) Weinpreis in Deutschland 94 von 100 Punkten und damit Gold in der Kategorie Weißwein.

Insgesamt wird sich aus Regners Sicht auf Grund des Klimawandels noch einiges im Weinbau ändern. Lagen beispielsweise wird man neu bewerten müssen. „Was bisher eine Top-Südlage für Weißwein war, kann bald zu heiß sein. Langsam gewinnen auch Nordlagen – vor allem für Frühsorten- an Bedeutung“, meint Regner.

Gilbert Weisbier

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