Chronik | Niederösterreich
12.11.2018

Wettbüro-Räuber hielten ihrem Opfer Pistole an den Kopf

Überfälle in Felixdorf und Wiener Neustadt. Polizei fahndet mit Bildern nach jungem Täter-Duo.

Die Kriminalisten glaubten am Wochenende bereits, die Täter geschnappt zu haben, doch die vermeintlich „heiße“ Spur erwies sich leider als falsch. Bei einem Raubüberfall auf ein Wettbüro in Felixdorf im Bezirk Wiener Neustadt sind zwei Kriminelle Freitagabend äußerst skrupellos vorgegangen.

Kurz vor 20 Uhr läutete es an der gesicherten Tür des Wettlokals. Der 38-jährige Mitarbeiter fand an den beiden Gestalten vor dem Eingang zunächst nichts auffälliges. Als er die Türe für sie öffnete, stürmte einer der beiden ins Wettlokal und zückte eine Pistole. Er hielt sie dem 38-Jährigen Mitarbeiter an den Kopf und verlangte Geld. Zwei anwesende Gäste, die den Überfall beobachtet hatten, flüchteten aus Angst in den Keller des Lokals und versteckten sich dort.

Der geschockte Mitarbeiter tat mit der Waffe vor den Augen das, was von ihm verlangt wurde und händigte dem Gangster die Beute aus. Nach knapp einer Minute war der Blitzcoup vorbei. Der zweite Täter hatte an der Tür Schmiere gestanden und dafür gesorgt, dass sie im Falle eines Alarms nicht verriegelt. Den Männern gelang schließlich die Flucht. Ein am Wochenende überprüfter Verdächtiger erwies sich nicht als der gesuchte Täter. Derzeit laufen Überprüfungen zu ähnlich gelagerten Überfällen in NÖ und Wien.

Raub in der Schutzzone

Indes fahndet die Polizei in Wiener Neustadt mit Bildern aus den Überwachungskameras nach zwei milchgesichtigen Halbstarken. Die beiden jungen Männer haben bei einem brutalen Überfall in den frühen Morgenstunden des 13. Oktober am Bahnhof Wiener Neustadt einen 19-Jährigen schwer verletzt. Dem Opfer wurden gegen 3.20 Uhr das Mobiltelefon und etwa 700 Euro Bargeld geraubt.

Im Zuge des Übergriffs wurde der junge Mann mit Schlägen und Tritten malträtiert und am Bahnhof über eine Treppe gestoßen. Der Schwerverletzte erlitt einen Nasenbeinbruch, zahlreiche Hämatome und verlor einen Zahn.

Weil gerade der Bahnhof Wiener Neustadt ein Hotspot für Kriminelle ist, wurde das Areal im Mai 2017 zur polizeilichen Schutzzone. „Wir haben in dem Bereich immer wieder Eigentumsdelikte, räuberische Diebstähle und auch Raubüberfälle. Die Zahlen insgesamt bewegen sich aber im normalen Bereich“, erklärt Stadtpolizeikommandant Manfred Fries. Der Bahnhof soll auch in Zukunft intensiv überwacht werden, auch mit Hilfe der Sondereinheit Puma.