Bürgermeister Franz Engelmaier und Kulturgemeinderat Michael Schrabauer vor dem 1995 eröffneten Friedensdenkmal

© Atzenhofer Wolfgang

Chronik Niederösterreich
04/30/2020

Weltkriegsende ohne Feier

Erlauf: 75-Jahr-Gedenken an Kriegsende könnte 2021 stattfinden, Museum bald wieder offen

von Wolfgang Atzenhofer

Es klingt fast wie ein übler Scherz der Geschichte: Durch die aktuelle und sicher auch geschichtsträchtige Corona-Krise kann nächste Woche in Erlauf die ebenso historische Beendigung des Zweiten Weltkriegs durch einen russischen und einen amerikanischen General vor 75 Jahren nicht gewürdigt werden. Eine dreitägige Festveranstaltung hätte die Friedensgemeinde zum internationalen Schauplatz machen sollen. Sie fällt dem Veranstaltungsverbot zum Opfer.

Man wolle jetzt versuchen, das denkwürdige Ereignis im nächsten Jahr vor den Vorhang zu holen, berichten Erlaufs Bürgermeister Franz Engelmaier (ÖVP) und Kulturgemeinderat Michael Schrabauer. Die Stimmung vor dem 1995 mitten im Ort errichteten Friedensdenkmal des russischen Künstlers Oleg Komov ist nachdenklich.

Friedensfest

Alle großen Vereine der Gemeinde, darunter die Feuerwehr, der Sportverein oder die katholischen Frauen, wären für die Betreuung des Dreitagesfests bereit gewesen. Veteranenverbände der alliierten Mächte, der Kameradschaftsbund, die nö. Militärmusik und Prominenz aus Politik und Diplomatie hätten sich bei Friedensfest ein Stelldichein gegeben. „Die Friedenfeste, die wir alle fünf Jahre veranstalten, halten das Bewusstsein der Bevölkerung an die Geschehnisse im Jahr 1945 wach“, sagt Schrabauer. Aktuell schmerzt die Vereine der Ausfall der Erlöse, die sie durch das Fest erzielt hätten. An die 700 Gäste oder auch mehr habe man erwartet.

Was das Coronavirus aber nicht lahmlegen kann, ist die Erinnerungskultur in der Gemeinde. Jährlich werden „Friedenstage“ mit Schwerpunkten veranstaltet. Im 2015 eröffneten Museum „Erlauf erinnert“ wird das Treffen der legendären 65. US-Division und der russischen Armee mit den Generälen Stanley Reinhart und Dmitri Dritschkin am 8. Mai 1945 dokumentiert. Aber auch Schicksale von Nazi-Opfern im Ort, der Wiederaufbau und Schilderungen von Zeitzeugen wurden aufbereitet.

Über die Wiederöffnung des Museums wird der Gemeinderat nächste Woche entscheiden.

Ein eigens für das Gedenken initiiertes internationales Studenten-Projekt wird nächste Woche im Internet präsentiert.

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