Ein Tag, 5 Welterbestätten: Niederösterreich zeigt, was es kann
Das "Heldentor"
Zusammenfassung
- Am internationalen Welterbetag am 18. April stehen die fünf niederösterreichischen UNESCO-Welterbestätten mit vielfältigen Führungen und Aktionen im Mittelpunkt.
- Die Semmeringbahn, die Wachau, Baden, das Wildnisgebiet Dürnstein und Carnuntum bieten spezielle Touren, Schifffahrten, Vorträge und Erlebnisprogramme an.
- Die Veranstaltungen thematisieren Geschichte, Natur, Kultur und die Bedeutung des Welterbes für die Region.
Zum UNESCO-Welterbe zählen beeindruckende Orte weltweit - beispielsweise der Taj Mahal in Indien, Machu Picchu in Peru, die chinesische Mauer oder das Great Barrier Reef in Australien. In diese Liste der historisch, kulturell oder natürlich bedeutenden Orte reihen sich auch fünf aus Niederösterreich ein: die Wachau, Baden, Carnuntum, das Wildnisgebiet Dürnstein und die Semmeringbahn.
Diese Orte rücken am 18. April in den Fokus, denn am Samstag findet der internationale Welterbetag statt. Seit 1982 erinnert dieser internationale Aktionstag daran, dass diese Orte nicht einfach da sind. Um zu bestehen, brauchen sie Menschen, die hinschauen.
Triumph über die Natur
Der Bau der Semmeringbahn wurde damals als Meisterleistung und als Triumph über die Natur gesehen und gefeiert. 1854 eröffnet, war sie die erste normalspurige Gebirgsbahn der Welt. Sie verbindet Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) mit Mürzzuschlag in der Steiermark. Bereits damals galt die Bahn als Vorzeigeobjekt für diverse Bahnprojekte in ganz Europa.
Zum Welterbetag präsentiert sich die Semmeringbahn in neuem Licht: Die Welterbestätte Semmeringeisenbahn bietet an diesem besonderen Tag eine Rundfahrt mit Reisebussen entlang der Strecke von Mürzzuschlag bis Gloggnitz. An insgesamt 9 Stationen kann das Welterbe hautnah erlebt werden. Ein- und Aussteigen ist bei jeder Haltestelle möglich, die Gäste werden wieder zum Ausgangspunkt zurückgebracht.
Kulturlandschaft Wachau
Bekannt für Marillenblüte, Weinanbau und landschaftliche Schönheit, wurde die Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig, sowie der Altstadt Krems im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe.
Der Verein "Welterbegemeinden Wachau" veranstaltet am Samstag eine Schifffahrt auf der MS Mariandl. Dabei steht nicht nur die Wachau vom Wasser aus im Fokus, sondern auch die Geschichten und Sagen der Region. Wer sich nicht mit Geschichten, sondern lieber mit Geschichte auseinandersetzt, ist bereits am Freitag (17. April) im Naturhistorischen Museum Wien gut aufgehoben. Pfahlbauten in der Wachau und rund um die Alpen bilden dabei das Zentrum des Vortrages, in einem eigenen Papiertheater können Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen.
Auch das Stift Melk ist Weltkulturerbe.
Erholung und Vergnügen
Elf Orte in sieben Ländern bilden zusammen das Welterbe „Great Spa Towns of Europe“. Sie verbindet eine lange Tradition als Heilbäder und eine Blütezeit im 19. Jahrhundert. Baden bei Wien ist einer davon. Etliche Künstler und Adelige verbrachten hier ihre Sommer, beispielsweise Ludwig van Beethoven oder Wolfgang Amadeus Mozart.
Am Samstag (18. April) beschäftigt sich eine Führung damit, warum die Kurstadt Welterbe ist, und was das bedeutet. Dabei werden die europäische Kurkultur genauso wie die Idee hinter der UNESCO-Einschreibung beleuchtet. Doch auch die berühmten Besucher der Kurstadt kommen nicht zu kurz: in der Führung "Beethoven & Co auf Sommerfrische" werden berühmte Musiker und ihr Wirken in Baden vorgestellt.
Wildnisgebiet Dürnstein:
- Welterbe-Tour: „Das Erwachen der alten Buchenwälder“ 18.04.
- Sonderführung im Haus der Wildnis 18.04.
Wachau:
- Donau-Schifffahrt 18.04.2026
Semmeringbahn:
- Welterbe-Tour Semmeringbahn 02.05.2026
Baden bei Wien:
- Spezialführung Welterbe 18.04.
- Führung Beethoven und Co auf Sommerfrische 18.04.
Donaulimes / Carnuntum:
- Vortrag: Neues aus dem Untergrund von St. Pölten 17.04.
- Spiel & Spaß im Museum – Römermuseum Tulln 18.-19.04.
- Buchpräsentation: „Augustianis – Das römische Traismauer“ 18.04.
- Führungen: Welterbe in Carnuntum – Der Donaulimes 18.-19.04.
Details zu Anmeldung und Kosten: UNESCO Österreichischer Welterbetag 2025 | Welterbetag
Wildnis und Natur
Der Buchenwald im Wildnisgebiet Dürnstein (Bezirk Scheibbs) ist einer der letzten in Europa. Gemeinsam mit dem Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich wurde er 2017 zum Weltnaturerbe.
Wer das Wildnisgebiet entdecken möchte, ist bei der Welterbe-Tour "Das Erwachen der alten Buchenwälder im Frühling" gut aufgehoben. Im Zentrum stehen dabei die spielerische Vermittlung von Naturinhalten, sowie das Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Auch das Haus der Wildnis in Lunz (Bezirk Scheibbs) bietet eine Sonderführung an, die sich mit der Bedeutung des Welterbes auseinandersetzt.
Auf den Spuren der Römer
Carnuntum ist eine historische Stadt der Römer im heutigen Bezirk Bruck an der Leitha. Wo einst Römerinnen und Römer durch die Gassen flanierten, können heute Besucherinnen und Besucher die wiederaufgebaute Stadt entdecken. Abgesichert wurde das römische Reich durch den Donaulimes - eine in Österreich 360 Kilometer lange Grenze, deren Teil auch die Stadt Carnuntum war.
In verschiedenen Veranstaltungen werden die Römer vor den Vorhang geholt: in Tulln spricht man über die archäologischen Untersuchungen am Domplatz in St. Pölten, im Römermuseum Tulln gibt es Crashkurse zu den Themen Steinzeit, Römerzeit, Mittelalter und Schrift. Das Buch "Augstianis - Das römische Traismauer" von Dominik Hagmann wird in Traismauer präsentiert. In Carnuntum setzt man auf Führungen zum Thema Welterbe. Neben der Geschichte der Stadt wird auf die Rolle Carnuntums am Donaulimes eingegangen.
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