Weitere Gifte auf Kwizda-Areal

© Stefan Straka

Weitere Gifte auf Kwizda-Areal
10/30/2012

Weitere Gifte auf Kwizda-Areal

Nun liegt diekomplette Analyse des Grundwassers vor. Das großeSorgenkind ist dasHerbizid Clopyralid.

von Stefan Straka

Das Kwizda-Areal ist stärker verseucht als bisher angenommen. Neben den schon bekannten Giftstoffen Thiamethoxam und Clopyralid gelangten im Laufe der Jahre noch weitere toxische Materialen in den Untergrund. Allerdings sind diese Giftstoffe noch nicht in den Grundwasser-Strom gelangt. Die große Herausforderung bei der Sanierung des Grundwassers ist das Clopyralid. Laut Experten hat es winzige molekulare Bausteine und ist daher irrsinnig schwierig aus dem Grundwasser zu filtern. Entwarnung kommt indessen von der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES): Das Grundwasser sei gefahrlos trinkbar. Auch bei 20 untersuchten Gemüse- und Obstarten wurden keine Giftstoffe in den Früchten gefunden.

Sanierungs-Experte Werner Wruss kennt kein anderes Wasser auf der Welt, das mittlerweile so gut untersucht ist, wie der unterirdische Strom unter dem Korneuburger Becken. Mit der Analyse von 190 Messstellen wollte man Klarheit schaffen, ob noch weitere Giftstoffe aus der Umwelt bzw dem Kwizda-Gelände ausgeschwemmt wurden und wie die Ausbreitungsfahne verläuft. Die Gewissheit hat man jetzt: Zu den ohnehin schon bekannten Giften Thiamethoxam und Clopyralid sind in der Ausbreitungsfahne noch die Herbizide Florasulam (0,35 Mikrogramm/Liter) und Flumetsulam (0,77 Mikrogramm/Liter) entdeckt worden. Dabei handelt es sich um Spritzmittel-Wirkstoffe, die mit den beiden anderen Stoffen kombiniert werden.

Filtertechnik

Bei der Sanierung ist man auf herkömmliche Filtermethodik angwiesen. Mit Mikroorganismen könne man laut Sanierungs-Experte Werner Wruss nicht arbeiten. Die bestehenden Filteranlagen auf dem Kwizda-Gelände mussten mit speziellen Kohlen ausgestattet werden. „Das Clopyralid benötigt höhere Reinigungsleistung der Anlagen. Die Anlagen müssen nicht nur erweitert sondern auch vergrößert werden“, sagt Wruss. Um die weitere Ausbreitung der Giftstoffe in Richtung Langenzersdorf zu vermeiden, wird zudem eine neue Sperrbrunnen-Kette nordwestlich vom Golfplatz Tuttendörfl errichtet.

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