"Schräger Blick": Altes Salettl in Retz wird zu neuem Leben erweckt
Michael Mazelle (l.) und Rudolf Preyer bringen die Fotografien an, die die Retzer Outdoor Galerie bilden und das ganze Jahr über in der Znaimerstraße 14 zu sehen sein werden.
Es ist ein sonniger Nachmittag, an dem sich Rudolf Preyer und Michael Mazelle zum Arbeitseinsatz in der Znaimerstraße 14 in Retz (Bezirk Hollabrunn) treffen. Schraubenzieher, Bohrmaschine, Zangen, Baustellengitter und Fotos stehen im Vorgarten des ehemaligen Gasthauses, das jetzt das Zuhause von Familie Preyer ist. Genau dort entsteht die "Retzer Outdoor Galerie".
Die Retzer Outdoor Galerie ist in der Znaimerstraße 14 zu finden - ganz fertig ist sie noch nicht. Die Fotografien von Michael Mazelle fehlen hier noch.
Seit November sind die ersten Fotografien zu sehen. Der Platz ist strategisch gut gewählt. "Wir wollen den Touristenstrich beleben", sagt Preyer lachend. Er meint das nicht anzüglich oder böse, auf der Znaimerstraße geht"s vom Retzer Hauptplatz zum Eingang des Retzer Erlebniskellers - ob zu Fuß, mit dem Rad oder Auto, man muss an der Outdoor Galerie vorbei.
Galerie holt Salettl aus Dornröschenschlaf
Die Fotos sind auf Aluplatten gedruckt, damit hat Preyer bereits Erfahrung. Denn seit 15 Jahren hängen in seinem Garten bereits solche Bilder. "Die verziehen sich nicht, die bleichen nicht aus", beschreibt der Retzer. Vor dem Haus steht auch ein Salettl. "Das ist sicher schon seit 25 Jahren im Dornröschenschlaf", schildert er. Ideen, es zu bespielen, gab es einige. Nun wird die Retzer Outdoor Galerie Realität.
Wie gemütlich es im Salettl bereits ist, zeigen Rudolf Preyer (l.), der - wie Michael Mazelle - eine Arbeitspause einlegt, um ersten Gästen "den Sprudel" zu servieren.
Fliege auf den zweiten Blick
Mazelle ist übrigens nicht nur als Freund und Handwerker an diesem Nachmittag vor Ort, sondern auch als Künstler. Von ihm stammen die insgesamt 34 Fotografien, die bald hängen werden. "Ich geh" viel spazieren und seh" auch viel, was ich festhalten will. Oft mit einem schrägen Blick", erzählt er schmunzelnd und zeigt auf das Bild, das in einem Weingarten entstand.
Der gelernte Weinviertler sieht zuerst die goldgelben Trauben, dann das Blatt. Und Mazelle? "Ich wollte die Fliege haben." Die entdeckt man dann auch - auf den zweiten Blick.
Spaß bei der Arbeit: Michael Mazelle und Rudolf Preyer bestücken die Retzer Outdoor Galerie mit Fotografien.
Der Rebstock als Schafskopf
Sein Lieblingsbild ist allerdings das eines Rebstocks: "Das sieht doch aus wie ein Schafskopf", meint er. In der Galerie hängen zwar klassische Retzer Ansichten. Es ist ihm aber wichtig, seine Heimatstadt Retz anders zu zeigen. Schräg eben.
Ein Ort zum Schauen und Verweilen
Es ist Mazelles erste Ausstellung, alle Bilder hat er signiert. Wer will, darf eines kaufen, um eine Erinnerung an Retz zu haben. Die Fotos werden immer wieder ausgetauscht. "Es muss sich ja etwas tun", sagt er. Nicht nur an den Fotowänden, auch im Salettl, das Preyer gerade heimelig einrichtet. Zwei Ohrensessel zum gemütlichen Sitzen samt Tischerl sind schon da.
Wenn alles fertig ist, soll es eine offizielle Eröffnung geben - die Teilnahme an den "Tagen der offenen Ateliers" im Oktober ist ebenfalls ein Ziel der beiden Retzer.
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