Bekannte Weinstadt will sich die NÖ Landesausstellung 2030 sichern

Retz will die Landesausstellung 2030 austragen. In einem Schreiben an die Landeshauptfrau wurde bereits jetzt das Interesse daran bekundet.
Rathaus Retz

"Wenn die Welt Kopf steht" lautet das Thema der aktuellen Landesausstellung in NÖ, die vor wenigen Tagen im Mostviertel eröffnet worden ist. Das war der Startschuss für die Weinstadt Retz im Bezirk Hollabrunn, frühzeitig ihr Interesse als Austragungsort für die Landesausstellung 2030 bekanntzugeben.

Bürgermeister Stefan Lang (ÖVP) schickte darum ein Schreiben an die Landeshauptfrau, in dem die Vorzüge der Stadt aufgelistet sind. Bereits 2021 hat sich Retz um die Landesausstellung beworben, den Zuschlag erhielt allerdings Marchegg im Bezirk Gänserndorf. Doch die Retzer geben nicht auf: "Wir sehen durch die Landesausstellung ein enormes Weiterentwicklungspotenzial für die gesamte Region", heißt es. 

Bürgermeister: "Idealer Ort"

Historisch gewachsene Strukturen sind vereint mit einem außergewöhnlichen bau- und kulturhistorischen Erbe sowie einer hervorragend entwickelten touristischen Infrastruktur, wird in dem Schreiben nicht mit Lob gespart. "Diese Kombination macht unsere Stadt zu einem idealen Standort für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Landesausstellung", ist Lang überzeugt. Darum lautet der Arbeitstitel für die NÖ Landesausstellung 2030: "Altes neu erleben - Orte der Geschichte im Wandel der Zeit".

Der Stadtchef geht in dem Schreiben an die Landeshauptfrau darauf ein, dass die Landesausstellung in einem authentischen städtischen Umfeld stattfinden könnte, "ohne dass neue Großbauten auf der Grünen Wiese errichtet werden müssen". Denn Retz biete bereits die Möglichkeit, bestehende historische Gebäude und Plätze neu zu beleben und zeitgemäß zu inszenieren. Welche Orte in der Stadt besonders geeignet sind? Natürlich das historische Stadtzentrum mit dem Hauptplatz, das Rathaus mit seinem Rathausturm, der Althof mit dem Stadtsaal, das ehemalige Bezirksgericht sowie der Retzer Erlebniskeller mit seinem Zeremonienkeller. 

40.000 Nächtigungen in der Weinstadt

Für Retz spreche zudem die gute öffentliche Verkehrsanbindung - die Besucher können klimafreundlich mit der Nordwestbahn anreisen. Außerdem sei die Stadt bereits eine etablierte Tourismusdestination, wie die über 40.000 Nächtigungen im Vorjahr zeigen würden. 20.000 davon verzeichnet der Althof Retz, ein Vier-Sterne-Hotel mit Seminarräumen und Spa-Bereich.

Nicht nur die Stadt selbst, auch das Retzer Land hat den Gästen einiges zu bieten. Besonders hervorzuheben sei hier die Nähe zum Nationalpark Thayatal, wie es in dem Schreiben heißt. Durch das Schutzgebiet mit seinen Wanderwegen und Aussichtspunkten entlang der Thaya schafft die Kombination aus Naturraum, Kulturlandschaft und Weinkultur ein außergewöhnliches Ausflugsziel. 

Weintradition

Denn der Wein prägt die Region auf besondere Weise, mit Winzerbetrieben, Heurigen und Buschenschänken. Die Weintradition ist seit Jahrhunderten eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Nicht zuletzt durch den Retzer Erlebniskeller, der das größte historische Kellerlabyrinth Österreichs ist. Legendär ist etwa auch der Weinbrunnen beim Retzer Weinlesefest - heuer von 24. bis 27. September -, da fließen aus den beiden Brunnen am Hauptplatz Weiß- und Rotwein.

"Die Landesausstellung 2030 in Retz würde daher nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Erlebnisregion in den Mittelpunkt rücken", ist Land überzeugt, dass eigentlich alles für seine Stadt als Austragungsort spricht. 

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