Grün und saftig: Ein Superfood trotzt der Trockenheit im Weinviertel
Superfood auf den Feldern im Weinviertel: Stefan Romstorfer baut auf 25 Hektar Bio-Erdnüsse an. Die Hülsenfrucht trotzt der Trockenheit.
Die Blätter der Kürbisse sind von der Hitze und Trockenheit gezeichnet, die Frucht selbst ist viel zu klein für diese Jahreszeit. Der Mais ist niedrig und dürr, die Kolben vertrocknet. Die Erde auf den Feldern: staubtrocken. Doch dann sind da plötzlich Flächen, da sprießen grüne, saftige Pflanzen. „Das sind unsere Erdnüsse“, sagt Stefan Romstorfer, als er mit dem KURIER aufs Feld fährt.
Der Raggendorfer Landwirt (Bezirk Gänserndorf) führt den Familienbetrieb „neuland.bio“ seit etwas mehr als zehn Jahren gemeinsam mit seinem Bruder. 2016 starteten die beiden mit einem Versuchsfeld, auf dem sie Erdnüsse anbauten. „Dann haben wir uns gesteigert“, erzählt Romstorfer. Aus dem Versuchsfeld sind heute 25 Hektar geworden.
Kultur, die mit Trockenheit umgehen kann
Die Erdnuss passe gut zum Bio-Betrieb: Auf 160 Hektar werden klassisch Weizen, Mais, Kürbis, Zuckerrübe und Sonnenblumen angebaut. Zusätzlich bewirtschaften die Romstorfers 16 Hektar Weingärten, von denen sie die Trauben verkaufen. Als die Brüder den Betrieb übernahmen, waren sie auf der Suche nach einer neuen Kultur, die mit Trockenheit umgehen kann, denn bewässert wird nicht.
Landwirt Stefan Romstorfer geht neue Wege und baut Erdnüsse im Weinviertel an.
„Wir haben bei Null angefangen und hatten kein Know-how“, erinnert sich der Landwirt an die Anfänge. Denn die Erdnuss wächst in Argentinien, Amerika oder Ägypten - und jetzt eben auch im Weinviertel, dort, wo die letzten Hügel auslaufen und das flache Marchfeld beginnt. Dort ist die Erdnuss neu, darum mussten die Brüder einige Rückschläge einstecken. „Wir sind jetzt bei der vierten Erntemaschine“, nennt Romstorfer ein Beispiel. Denn eine Erdnusserntemaschine gibt es nicht, die baut man selbst.
Landwirte entwickelten eigene Maschine
Eine große Herausforderung zwischen den Reihen ist das Unkraut: „Das erforderte viel Handhackarbeit“, spricht der Landwirt von 200 Stunden pro Hektar. Auf Dauer war das nicht zu stemmen. Also entwickelten die Romstorfers selbst eine Maschine, die einen Großteil der Arbeit übernimmt. Die reduziert die Handarbeit pro Hektar auf 20 Stunden. „Das hilft wirtschaftlich enorm.“
Die Erdnuss als „Superfood und gesunder Snack“
Die Erdnuss ist nicht nur als Feldfrucht noch eine Spezialität. „Das Produkt ist noch unbekannt, dabei ist die Erdnuss ein Superfood und ein gesunder Snack“, berichtet Romstorfer. In der asiatischen Küche werden Erdnuss, Erdnussbutter oder Erdnussöl verwendet, die Produkte eignen sich auch zum Backen. „Mein Lieblingsrezept sind Udon-Nudeln mit Erdnussbutter, Sojasoße und Ingwer.“ Auf der Homepage des Betriebs sind noch viele weitere zu finden.
Was hat die Landwirte trotz einiger Rückschläge nicht aufgeben lassen? „Wir haben gesehen, dass die Pflanze Sinn macht. Und: Den Leuten schmeckt das Produkt. Es taugt ihnen, dass die Erdnüsse aus der Region sind und sie sagen, man schmeckt einen Unterschied“, antwortet Romstorfer. Bisher waren die Erdnussprodukte immer ausverkauft, bis die neue Ernte eingefahren wird.
Kaum Regen seit dem Anbau
Das geschieht übrigens meistens Ende September. Angebaut werden die Erdnüsse im Mai. „Seitdem hat es einmal geregnet“, blickt der Landwirt auf die ausgetrockneten Felder rundherum. „Bei der Fruchtbildung wäre Regen wichtig“, weiß er. Doch der blieb heuer aus. Darum bleibt es spannend: Die Erdnusspflanze ist zwar oben grün und saftig und hat gelbe Blüten, aber ob am Ende unter der Erde genug wächst, werde sich zeigen.
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