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Hotel Althof in Retz wird für einen Euro verkauft

Das Land NÖ investiert im Zuge der Landesausstellung 24 Millionen Euro in Retz. 15 davon fließen in die Sanierung des Althofs, diesen will das Land kaufen.
Althof Retz

2021 hat sie es das erste Mal versucht und blitzte ab, der Zuschlag ging nach Marchegg (Bezirk Gänserndorf). Im März dieses Jahres bewarb sich Retz (Bezirk Hollabrunn) erneut um die NÖ Landesausstellung, die im 2030 im Weinviertel über die Bühne gehen wird. Ende Juni kam dann, wie berichtet, die erlösende Nachricht für die Retzer: Die Weinstadt wird die Landesausstellung ausrichten.

Zentrum der Landesausstellung wird das Areal des Retzer Althofs sein. Das Hotel ist weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt und für die Stadt ein touristischer Leitbetrieb. Darum werden die 24 Millionen Euro, die das Land NÖ im Zuge der Landesschau investiert, den Althof wieder erstrahlen lassen. 

Das Hotel wurde 1992 errichtet und laufend erweitert, etwa um den Wellnessbereich „VinoSPA“. „Wir haben pro Jahr etwa 290.000 Euro Fixkosten als Gemeinde, nur um den laufenden Betrieb zu finanzieren“, sagt Stadtchef Stefan Lang (ÖVP). Denn die Althof Hotel Errichtungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H. gehört der Stadtgemeinde. 

Althof an Alexander Ipp verpachtet

Der Bau des Althofs war damals mit 136 Millionen Schilling geplant - und schon in den 1990ern fand man mit dem veranschlagten Budget nicht das Auslangen. 180 Millionen Schilling waren es am Ende. Zunächst wollte die Gemeinde den Althof mit einem Geschäftsführer selbst führen, das habe nicht funktioniert, deswegen wurde der Retzer Standort an Alexander Ipp verpachtet.

ehemaliges Bezirksgericht Retz

Auf der linken Seite des Althof-Areals ist das ehemalige Bezirksgericht zu finden - auch dieses wird im Zuge der Landesausstellung saniert.

„Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, wie viel es kosten würde, die Immobilie auf den heutigen Stand zu bringen“, erzählt Lang. Die Stadt müsste zwischen 12 und 15 Millionen Euro in die Hand nehmen, Geld, das die 4.170-Einwohner-Stadt nicht aufbringen könne. Darum werde das Land NÖ nun investieren. 15 Millionen sind für die Sanierung des Althofs geplant. Und der Rest? Das ehemalige Bezirksgericht, der Heurige und der Stadtsaal - die Gebäude der Burggasse 5 - gehören ebenfalls zum Ensemble im Althof-Areal und haben eine Sanierung ebenfalls nötig. 

Land NÖ will Hotel kaufen - um 1 Euro

„Das Land hat irgendwann gesagt, dass es, wenn schon so viel investiert wird, in eigene Immobilien investiert werden soll“, schildert der Bürgermeister, wie die Idee gereift ist, das Areal zu verkaufen. Aus der Idee wurde ein Antrag, der Anfang Juli im Landtag mit den Stimmen der ÖVP, FPÖ, SPÖ und den Grünen angenommen wurde. Das Angebot des Landes lautet: 568.001 Euro für den historischen Althof und die Gebäude in der Burggasse 5.

Althof Retz

Der Althof wird der Hauptaustragungsort der NÖ Landesausstellung 2030 in Retz.

Die Aufteilung der Summe: Die Liegenschaften in der Burggasse 5 sollen um 568.000 Euro erworben werden. Bleibt ein Euro für das Hotel Althof. „Damit fallen für uns die jährlichen Belastungen weg“, spricht Lang von einem Vorteil für die Gemeinde, denn das Land übernimmt dann natürlich auch die Kosten des laufenden Betriebs. 

Beschluss von Gemeinderat steht an

Der Verkauf ans Land werde in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beraten und beschlossen, versichert Lang. Die Übernahme des Ensembles soll mit 1. Jänner 2027 erfolgen. Womit und wann konkret mit der Sanierung gestartet werden soll, stehe noch nicht fest. Spätestens jedoch im Jahr 2028, hieß es im Landtag. 

„Sind froh, dass es gut weiter gehen wird“

Die notwendigen Liegenschaften werden dem Land NÖ lastenfrei verkauft; mit dem Kauf übernimmt das Land außerdem den bestehenden Pachtvertrag zwischen der Althof Hotel Errichtungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H. und der Althof Consulting- und Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H. und lukriert somit einen jährlichen wertgesicherten Pachtzins von etwa 276.000 Euro pro Jahr. 

„Wir sind froh, dass es mit dem Althof gut weitergehen wird“, betont Lang, der auch überzeugt ist, dass es nicht die Aufgabe einer Gemeinde sei, ein Hotel zu führen.

Für ihn ist die NÖ Landesausstellung, die den Arbeitstitel „Vom Meeresgrund zum Rebenland. Weinviertel. Erlebnisviertel.“ trägt, eine einmalige Chance, die Stadt vor den Vorhang zu holen. „Es geht natürlich auch ums Finanzielle. Aber vor allem darum, unsere wunderschöne Weinstadt ins rechte Licht zu rücken“, schwärmt er von seinem Heimatort. Nicht nur die Stadt, die gesamte Region werde von der Ausstellung profitieren. „Das ist mir wichtig, weil ich immer über die Stadtgrenzen hinaus denke.“ 

Stadtchef denkt an Umwegrentabilität

Dabei denkt der Bürgermeister an die Umwegrentabilität: „Die Menschen, die die Landesausstellung besuchen werden, werden auch hier nächtigen, zum Heurigen gehen oder den Nationalpark Thayatal in Hardegg besuchen“, ist er überzeugt, dass die umliegenden Attraktionen ebenso profitieren werden. „Wir müssen diese Chance ergreifen; für das Wohlwollen der Region. Da ist kein Platz für parteipolitische Befindlichkeiten“, betont Lang.

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