Für Patient und Chirurg: OP-Roboter als „Investition in die Lebensqualität“
Sahen sich den neuen OP-Roboter im LK Mistelbach-Gänserndor an (v.l.): Landesrat Anton Kasser, Ärztlicher Direktor Ronald Zwrtek, die Pflegerische Bereichsleiterin DGKP Tatjana Masa-Charvat und Primar Florian Wimpissinger.
In jedem Viertel soll es einen geben: einen OP-Roboter „Da Vinci“, der bei chirurgischen Eingriffen die Arbeit der Chirurgen erleichtert und die Genesung der Patienten beschleunigt. Seit 2015 wird mit einem solchen System bereits in Wiener Neustadt operiert, seit 2023 gibt es eines im Universitätsklinikum St. Pölten, und seit April dieses Jahres steht der Roboter den Medizinern im Kremser Spital zur Verfügung. „Und nun steht auch einer im Schwerpunktkrankenhaus Mistelbach-Gänserndorf“, freute sich Landesrat Anton Kasser (ÖVP).
Der erste Einsatz des OP-Roboters erfolgt am neuen Standort am 5. August. Jetzt werden die Chirurgen geschult. „Mein großer Tag war der Montag, als der Roboter geliefert und ausgepackt wurde“, freut sich Primar Florian Wimpissinger, der Projektleiter der Etablierung der Robotik ist. Er stellte klar: „Der Roboter operiert nicht selbst, er ist der verlängerte Arm von uns Chirurgen.“
OP-Roboter macht Kliniken attraktiv für junge Ärzte
Landesrat Kasser betonte, dass die Roboterassistenz eine wesentliche Neuerung im Gesundheitswesen und fixer Bestandteil des Gesundheitsplans 2040+ sei. Der OP-Roboter sei „ein Kind der Zeit“, das den Krankenhausstandort für junge Ärzte attraktiver mache. In Horn, Amstetten sowie Baden/Mödling werden solche Roboter folgen.
So könne die beste Versorgung der Patienten garantiert werden; pro Jahr und Roboter koste dies eine Million Euro. „Gut investiertes Geld“, ist der Finanzlandesrat überzeugt.
Beim nagelneuen OP-Roboter: Urologe Florian Wimpissinger mit Landesrat Anton Kasser.
Am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf werde der „Da Vinci“ vorerst in der Urologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Gynäkologie eingesetzt. „Es ist eine Investition in die Lebensqualität und in die Chirurgen“, hält die Vorständin für Medizin und Pflege der NÖ Landesgesundheitsagentur Elisabeth Bräutigam beim Pressetermin fest.
Präziser und weniger Blutverlust
Ronald Zwrtek ist ärztlicher Leiter des Landesklinikums, der über eine „extrem schonende OP-Technik“ durch den OP-Roboter spricht. Bei den Patienten werde das OP-Trauma verringert, ebenso wie der Blutverlust. Da noch präziser gearbeitet werden kann, habe der Patient weniger Schmerzen und darf rascher nach Hause. Für die Chirurgen sei diese Arbeitsweise ergonomisch angenehmer. Außerdem „ist der Roboterarm beweglicher als unsere“.
Wie an der Konsole operiert wird, durfte der Landesrat dann im OP-Saal selbst ausprobieren - im grünen OP-Outfit natürlich. „Wenn Not am Mann ist, kann der Herr Landesrat schon kommen“, scherzten die Mediziner. Derzeit werden übrigens zwei Zweierteams am „Da Vinci“ ausgebildet, ein Chirurg und drei Chirurginnen.
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