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Grüner Garten trotz Trockenheit: „Ich erziehe meine Pflanzen“

Gartenbäuerin Pia Eis hat einen Urwald und keinen Designergarten, wie sie selbst sagt. Darum ist ihr Garten in Bezirk Korneuburg trotz Hitze grün und schattig.
Pia Eis

In vielen Gärten ist der Rasen schon lange nicht mehr weich und grün, sondern braun und ausgetrocknet. Nur wer bewässert, hatte in diesem Sommer eine Chance, seine Pflanzen zu erhalten.Pia Eis aus Senning (Bezirk Korneuburg) hat schon lange aufgehört, die Pflanzen und vor allem den Rasen in ihrem Garten zu gießen. Trotzdem ist alles grün, die Bienen und Schmetterlinge tummeln sich, im Schatten ist es schön kühl.

„Ich hab keinen Designergarten, sondern einen Urwald. Aber dafür ist es grün und kühl und ich muss nicht gießen gehen“, sagt die Gartenbäuerin mit Blick auf den Mönchspfeffer, der heuer viel zu früh blüht. „Ich geh' in den Garten, um zu ernten und mich zu erholen, nicht, um zu arbeiten“, betont die dreifache Mutter.

Schafgarbe übernimmt den Rasen

 An den wenigen Stellen, wo sich in Eis Garten doch noch Gras befindet, ist es braun. Dort, wo die Wildkräuter sich ausbreiten, ist er „weich, schön und grün“. Gemäht wird selten, meistens nur die Wege zu den Beeten oder zu Spielgeräten der Kinder. „Ich lasse die Schafgarbe stehen, damit sie blüht und aussamen kann“, verrät die Senningerin.

Pia Eis

Schafgarbe, wilde Möhre oder Königskerze: All das darf im Garten von Pia Eis wachsen, damit ihr Naturrasen stets weich, schön und grün ist, wie sie sagt.

Sie weiß aber auch: „Man muss sich dazu überwinden, einen Naturrasen zu haben.“ Dazu muss das Gras nämlich auswachsen, damit sich die Wildkräuter verbreiten können. „Das muss man aushalten.“ Doch dann werde man mit einer grünen Wiese belohnt, die man wie gewohnt mähen kann. Mit Blick auf die Dürre und die wenigen Niederschläge ist sie überzeugt: „Ich glaube, die Schafgarbe wird das neue Gras.“

„Es ist eine Auszeichnung, wenn es in meinem Garten summt und brummt.“

von Pia Eis

Gartenbäuerin

Einige wenige Pflanzen gießt Eis schon. Jene Pflanzen, die sie erst in diesem Jahr eingesetzt hat, denn da sind die Wurzeln noch nicht tief genug. Und: „Überall, wo ich Ertrag will.“ Damit meint sie ihre Gurken im hohen Blumentopf. Dort wachsen sie aus Sicherheitsgründen, Stichwort Nacktschnecken. Ihre Paradeiserstauden gießt sie etwa alle zehn Tage. Wenn Eis an die Paradeiser denkt, sagt sie: „Ich erziehe meine Pflanzen.“

Wurzeln müssen in die Tiefe

Das beginnt bereits beim Einsetzen. Normalerweise werden die Pflanzen danach regelmäßig gegossen. „Das Wasser geht dann aber nur etwa fünf Zentimeter in den Boden. Darum lernt die Pflanze, ihre Wurzeln dort auszubreiten.“ Doch das sei viel zu weit an der Oberfläche, wenn es heiß ist, trocknet diese rasch aus.

„Darum erziehe ich meine Pflanzen, ihre Wurzeln nach unten auszubreiten“, sagt Eis. Sie gräbt also ein etwas größeres Loch, in das die Tomaten eingesetzt werden. „Dann waschl ich sie ganz fest ein und warte, bis sie nur noch verdurstet dahängt.“ Dann wird wieder gegossen, die Pflanze wurzelt nach unten.

Pia Eis’ Garten hat sich gewandelt: „Vor 20 Jahren haben wir auch Rollrasen gelegt und bewässert. Ich wusste es nicht besser.“ Der Hausbaum, eine Linde, wurde schon gepflanzt, als noch die Bagger im Garten werkten. Heute spendet sie wichtigen Schatten, für die Terrasse, aber auch für andere Pflanzen und Tiere. „Statt der Marille habe ich jetzt zwei Kakibäume.“ Die stört die Trockenheit nicht. 

Der Frauenmantel geht, der Muskatellersalbei kommt

„Der Frauenmantel verlässt mich, der mag's feuchter“, spricht sie von einem Kraut, das nur noch vor dem Haus zu finden ist. Dafür gedeiht der Muskatellersalbei. „Er ist eine mediterrane Pflanze und ein Bienenmagnet“, weiß die Gartenbäuerin.

Barfuß kann man darum nicht mehr gehen, denn auch bei den Miniteichen, die Eis im Garten verteilt hat, sind Wildbienen und Wespen unterwegs. Die Familie stört das nicht: „Es ist eine Auszeichnung, wenn es in meinem Garten summt und brummt.“

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