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Erdäpfelernte: Kleine Knollen bereiten Bauern große Sorgen

Die Erdäpfelernte wird in diesem Jahr geringer ausfallen. Darum hoffen die Landwirte auf Toleranz der Handelsketten und Konsumenten, was „Schönheitsfehler“ der Knollen betrifft.
Erdäpfel

„Es ist so trocken, dass eine Ernte derzeit nicht möglich ist“, sagt Thomas Mattes aus Grund (Bezirk Hollabrunn) und meint damit die Erdäpfel. Die sind in einer Erde, die so ausgetrocknet ist, dass sie nicht an den Knollen haften bleibt. Gräbt man sie aus, sehen die Kartoffeln aus, als wären sie bereits gesäubert.

Was für den Laien praktisch klingt, ist aber gefährlich: Würden die Erdäpfel jetzt gerodet, würden die Knollen beschädigt werden, was wiederum zur Fäulnis führen kann. Also warten die Bauern auf Regen, damit in etwa zwei Wochen mit der Ernte begonnen werden kann. 

Tag der Entscheidung

„Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da muss der Landwirt entscheiden, ob er wenigstens das, was er hat, aus dem Boden rausholt“, weiß auch Andreas Staudigl, Außendienstmitarbeiter der Erzeugergemeinschaft für Erdäpfel (EZG) aus dem Weinviertel.

Mattes rechnet damit, dass die heurige Ernte seines Betriebs um 40 Prozent geringer sein wird als im Vorjahr. Und das war ein gutes Jahr. Es gab so viele Erdäpfel, dass der Handel sogar die Saison verlängerte und bis Ende Juni altjährige Erdäpfel in den Regalen waren. Dafür ist der Landwirt dankbar, „sonst hätten wir die Kartoffeln vernichten müssen“. 

Hitzewelle im Juni „tat am meisten weh“

Heuer ist es ganz anders: Seit dem Erdäpfelanbau im April habe es gerade einmal 100 Liter auf den Quadratmeter geregnet, die Hälfte von dem, was die Pflanze braucht. Zusätzlich gab es zwei große Hitzewellen. „Die Anfang Juni hat am meisten weh getan“, sagt Staudigl. Die Knollen sind aufgrund der fehlenden Niederschläge viel kleiner, also ist auch der Ertrag geringer.

Erdäpfel

Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen. Das bedeutet weniger Ertrag bei der Ernte.

Erdäpfel

Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen. Das bedeutet weniger Ertrag bei der Ernte.

Erdäpfel

Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen. Das bedeutet weniger Ertrag bei der Ernte.

Erdäpfel

Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen. Das bedeutet weniger Ertrag bei der Ernte.

Erdäpfel

Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen. Das bedeutet weniger Ertrag bei der Ernte.

Erdäpfel

Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen. Das bedeutet weniger Ertrag bei der Ernte.

Erdäpfel

Thomas Mattes (l.) und Andreas Staudigl zeigen, wie es unter der Erde aussieht: Die Erdäpfelpflanzen bilden aufgrund der extremen Trockenheit weniger und kleinere Knollen.

Ein Jahr wie dieses hat Staudigl, der 25 Jahre im Job ist, noch nie erlebt: „Es gab schon Jahre, in denen wir auf Regen gewartet haben, aber nicht so flächendeckend.“

Intelligente Sortenpolitik ist entscheidend

„Die Frühsorten, die schnell Knollen bilden, sind heuer eindeutig die Sieger“, sagt Mattes. Die Qualität passt: „Sie sind geschmacklich unglaublich“, weiß er. Für ihn zeigt dieses extreme Jahr, dass „wir eine intelligente Sortenpolitik brauchen, um uns gegen den Klimawandel zu stemmen“. Im Marchfeld werden Erdäpfelsorten mit mehr Knollenansatz angebaut, weil dort bewässert werden kann, weiß Staudigl. Im Gegensatz zu den Regionen um Hollabrunn, Stockerau oder Mistelbach, wo nicht bewässert werden kann.

Hinwegsehen über oberflächliche Schönheitsfehler

Mattes und Staudigl hoffen, dass die Handelsketten wie auch der Konsument toleranter werden, was das Aussehen der Erdäpfel betrifft. Sie werden nicht nur kleiner sein, vielleicht auch „Schönheitsfehler“ aufweisen. Etwa Silberschorf, der sich auf der Schale befindet, aber ungefährlich ist. „Man schält ihn dann einfach weg“, so Staudigl. Unter der Schale ist alles in Ordnung, kleine Knollen sind sogar geschmacksintensiver. 

Der Landwirt hat noch einen Tipp für die Konsumenten: „Ungewaschene Erdäpfel halten am längsten.“

Die Erdäpfel spielen verrückt

Auf dem Feld zeigt sich, dass die Erdäpfel bereits unter der Erde Triebe bilden. „Wir sagen dazu, dass die Erdäpfel verrückt spielen“, erklärt Mattes, dass selbst robuste Sorten unter diesen Wetterbedingungen leiden. Die kleinen Triebe können übrigens einfach weggebrochen und die Kartoffel zubereitet werden. Für EZG-Mitarbeiter Staudigl zeigt sich beim Lokalaugenschein auf dem Feld auch: „Die Erdäpfel hätten noch Potenzial, wenn es nur regnen würde.“ 

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