10 Jahre Frühstückspension OBENauf und 1.000 inklusive Geschichten
Abt Columban Luser (l.) vom Stift Göttweig kam nach Unternalb, das Jubiläum der inklusiven Frühstückspension OBENauf der Caritas zu feiern. Sie sei ein Vorbild für die Kirche.
Eines ist den Gästen in der inklusiven Frühstückspension OBENauf sicher: Die Klienten der Caritas empfangen sie mit einem Lächeln und ehrlicher Freude. Und das seit mittlerweile zehn Jahren.
Dieses erste runde Jubiläum wurde in Unternalb (Bezirk Hollabrunn) gebührend gefeiert. "Das OBENauf ist ein besonderer Ort geworden", sagte Thomas Krottendorfer, Regionalleiter der Caritas, mit Blick zu den Festgästen. Der ehemalige Gutshof ist mehr als ein Wohnhaus für Caritas-Klienten und eine Frühstückspension: "Er ist ein Musterbeispiel für Inklusion", ist Krottendorfer stolz. Denn Menschen mit Behinderung finden hier Beschäftigung und Anerkennung.
OBENauf als Vorbild für die Kirche
"Dieser Ort hat eine große historische Geschichte. Diese Nachnutzung des Areals war eine optimale Entscheidung Richtung Zukunft", ist Abt Columban Luser vom Stift Göttweig überzeugt. Ein altes Gebäude, verbunden mit neuem Design - für das Studierende der TU Wien verantwortlich zeichnen -, das sei im OBENauf erfolgreich realisiert worden und ein Vorbild für die Kirche.
"Zehn Jahre OBENauf bedeuten 1.000 Geschichten", weiß Krottendorfer. Die Geschichte wurde in einem kurzweiligen Video, das von Klienten und Mitarbeitern kommentiert wurde, skizziert. Ein Partner der ersten Stunde ist das Retzer Tourismus-Urgestein Reinhold Griebler. Als Krottendorfer mit der Idee einer Frühstückspension zu ihm kam, war klar: "Wir müssen positiv denken, es ist eine Chance für Übernachtungen." Und mehr Betten für Touristen, die braucht das Retzer Land.
Gäste werden von Klienten in Frühstückspension betreut
"Wennst Schwierigkeiten hast, gehst zur Politik", schilderte Griebler Unstimmigkeiten mit dem Bundesdenkmalamt, die dank des damaligen Landesrats Wolfgang Sobotka (ÖVP) rasch gelöst werden konnten. So entstand die barrierefreie Frühstückspension mit fünf Doppelzimmern. Auch Seminarräume sind in dem ehemaligen Gutshof zu mieten. Griebler weiß: "Die Gäste werden von den Klienten bestens betreut, sie kommen gern wieder."
"Die Gäste tragen die Liebe und die Inklusion hinaus. Das ist ein unverzichtbarer Werbewert für die ganze Region."
Retzer Bürgermeister
Eva Köllner betreut seit zehn Jahren Interreg-Projekte für den Weinviertel Tourismus und gilt als Expertin für barrierefreien Tourismus: "Barrierefreiheit bedeutet nicht nur eine Rampe, sondern auch, dass man zeigt, dass alle Gäste willkommen sind." Da nickt der Retzer Bürgermeister Stefan Lang (ÖVP): "Für uns ist die Caritas ein wichtiger Tourismusbetrieb." Die Stadt arbeite in verschiedenen Bereichen eng mit der Caritas zusammen.
Klienten und Mitarbeiter als Herzstück
Das OBENauf hätte das Miteinander in der Stadt verändert: "Die Gäste tragen die Liebe und die Inklusion hinaus. Das ist ein unverzichtbarer Werbewert für die ganze Region", ist der Stadtchef stolz.
Die Frühstückspension wurde am 1. April 2016 eröffnet, seitdem sind Klienten und Mitarbeiter unverzichtbares Herzstück des Hauses. Einer, der von "der ersten Minute an mitgedacht und mit geplant hat und eine tragende Säule dieses Hauses ist", wurde von Krottendorfer vor den Vorhang geholt: Mitarbeiter Thomas Winna begleitete das Projekt OBENauf von Beginn an und ist nach wie vor mit Freude dabei.
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