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Erste Biennale im Pulkautal: „Es ist ein Abenteuer“

Für eine Biennale muss man nicht nach Venedig: Die erste Pulkautaler Biennale findet von 11. bis 19. Juli statt - 55 Künstler stehen bereit, ebenso wie viel Rahmenprogramm.
Seitweg in Hadres

Hört man das Wort Biennale, denkt man unweigerlich an Venedig, wo große Kunst ausgestellt wird. Doch muss man für eine Biennale durch die Kanäle von Venedig gondeln? Nein. Im Pulkautal reicht ein Spaziergang durch die Kellergassen, um in einer Kunstwelt zu landen.

Feuerwehrhaus Hadres

"Es ist ein Glücksfall": Das alte Feuerwehrhaus steht leer und wird so zum Hauptpavillon der ersten Pulkautaler Biennale, die von Romana Schuler organisiert wird.

Romana Schuler ist eine Kunsthistorikerin und sie ist gebürtige  Vorarlbergerin, die sich ins Pulkautal verliebt und in Hadres (Bezirk Hollabrunn) ein Haus gekauft hat. Nun bringt sie die Kunst in die Region – oder holt die vor den Vorhang, die bereits da ist. 

Regionalität und Kunstprojekte vereinen

„Initiiert hat das alles Elisabeth Samsonow“, schildert die Kuratorin, die mit ihrem Verein „Vom globalen zu irgendeinem Dorf“ die erste Pulkautaler Biennale veranstaltet. Mit Künstlerin Samsonow ist sie befreundet, darum war sie bei der Idee gleich dabei. Sie ist es gewohnt, Regionalität und ambitionierte Kunstprojekte zusammenzuführen. „Das wird bei uns angenommen. Die Leute kommen und sind neugierig“, so die Kuratorin.

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Seitweg in Hadres

Neun Tage bespielen im Juli (11. bis 19.) 55 Künstlerinnen und Künstler 14 Stationen. Der Hauptpavillon ist das ehemalige Feuerwehrhaus in Hadres. „Das ist ein wahrer Glücksfall“, ist Schuler der Gemeinde dankbar. Die Feuerwehr hat nämlich ein neues Haus bekommen, das alte wird nun zum Kulturhotspot. Vorerst nur temporär. „Aber wer weiß“, schmunzelt Schuler. 

Künstler aus der Region werden sichtbar

Die erste Pulkautaler Biennale steht unter dem Motto „Eine Sprache für das Land“. Danach wurden die Künstler kontaktiert: „Sie kommen von überall her, der Fokus liegt aber auf regionalen Künstlern“, berichtet Schuler. Diese sollen sichtbar gemacht werden.

Installation Albert Mayr

Alisa Gorshenia

Eine Frau in der Landschaft

Brigitte Corell Sitzobjekt

Eva Schlegel

Holunderflug

Hanakam & Schuller

THis is Life

Elch Emil Kunst

Maresa Jung

Max Hausgnost

Gummistiefel mit Sand und Bienenwachs gefüllt

A moving landscape

Toni Kleinlercher

Ungekühlte Hitze

Die Frau als Mensch

Sie freut sich besonders, dass Eduard Diem seine Landschaftsbilder ausstellen und selbst vorbeikommen wird. „Er ist schon 97, lebt in Wien und arbeitet dort noch“, weiß sie über den geborenen Pulkautaler. Max Hausgnost aus Guntersdorf hat gerade erst maturiert und ist somit der jüngste Künstler. „Wir haben auch eine Künstlergruppe mit Öko-Feministinnen“, erzählt Schuler. In deren Pavillon gehts um Musik – und ums Karaoke-Singen. 

Reizende Off-Spaces für Künstler

War es schwierig, die Künstler für das Pulkautal zu begeistern? „Eigentlich nicht. Die Gegend ist reizend und Künstler können mit Off-Spaces umgehen. Außerdem denken sie sich: ,Vielleicht ist es ein Abenteuer’“, meint die Hadreserin.

In Presshäusern in Hadres, Untermarkersdorf  sowie  in Obritz werden die Künstler anzutreffen sein. Eine einzigartige Kulisse bietet der „Seitweg“ in Hadres. Schuler war es, die den Anstoß zur Revitalisierung der uralten Kellergasse gegeben hat. Sie ist in einem Hohlweg, umringt von Bäumen. Anfang der 1990er-Jahre wurden  Kellerröhren unterirdisch miteinander verbunden. 

Workshops, Lesungen und Diskussionen

Dort unten werden tschechische Künstler ihre Ton- und Lichtinstallationen zeigen. Rund um die Kunst wird es an den neuen Tagen, wie für eine Biennale üblich, interessantes Rahmenprogramm geben: Workshops für Erwachsene und Kinder, Lesungen, Gespräche und Diskussionen.

Pulkautaler Biennale soll fortgesetzt werden

Am Eröffnungstag, an dem kein Eintritt verlangt wird, gibt es sogar einen Shuttledienst von Wien nach Hadres und zurück. Eine Anmeldung ist bis 7. Juli erforderlich (info@pulkautalbiennale.at)

Schulers Wunsch ist es, die  Biennale getreu dem Namen, alle zwei Jahre fortzusetzen. Das würde sich gut anbieten, die nächste wäre dann 2028 und die über 2030, dem Jahr, in die die NÖ Landesausstellung vielleicht in die Region kommt. Eine weitere Bereicherung, wie Schuler findet.

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