© Bernert Martin

Wein-Bilanz
03/04/2014

Weniger Menge, mehr Qualität

Einbußen in einzelnen NÖ-Regionen, Rotwein rettet bundesweit Gesamtmenge

von Gilbert Weisbier

Erleichtert reagiert die Weinwirtschaft auf die bundesweit endgültige Erntebilanz des Jahres 2013, die die Statistik Austria jetzt bekannt gegeben hat: Trotz schwieriger Witterungsverhältnisse ausgerechnet während der Blüte wuchsen sich befürchtete Schäden zu einem guten Teil wieder aus. So lag die geerntete Gesamtmenge mit rund 2,4 Millionen Hektoliter nur knapp, nämlich drei Prozent, unter dem Fünfjahresschnitt. Dafür brachte der Rotwein sogar vier Prozent mehr Ertrag als im genannten Schnitt.

Für Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager hat das Weinjahr 2013 einen guten Mittelweg zwischen den Extremen gefunden. "Die Ernte reicht trotz leicht unterdurchschnittlicher Menge aus, um alle Märkte bedienen zu können. Das gilt selbst für das untere Preissegment."

Veltliner hat gelitten

Weil Hitze und feuchtkaltes Wetter sich abwechselten, hat besonders der Grüne Veltliner, Niederösterreichs wichtigste Weißweinsorte, spürbar gelitten. So liegt in NÖ die Ernte vier Prozent unter dem Schnitt, beim Weißwein gar sechs Prozent, der Rotwein ein Prozent darüber. "Das ist beim Zweigelt wichtig, der roten Hauptsorte für Inland und Export", kommentiert Schmuckenschlager.

Am stärksten trafen die Einbußen in NÖ die Thermenregion mit minus elf Prozent, das Kamptal mit einem Minus von sieben Prozent sowie das Weinviertel mit minus fünf Prozent bei dern Erntemengen.

Dafür fiel die Menge in allen anderen Bundesländern überdurchschnittlich gut aus. Extrem günstige Witterungsverhältnisse im Herbst haben regionale Defizite weitgehend ausgeglichen. Dass die Gesamtentwicklung eine allzu große Ernte verhindert hat, stört Schmuckenschlager nicht: "Zu große Mengen bringen Preiseinbrüche."

Guter Jahrgang

Die Qualität des Jahres 2013 sei allerdings herausragend. "Wir loben ja alle Jahrgänge. Aber 2013 zeichnet sich durch besondere Fruchtigkeit aber etwas weniger Alkohol aus. "Wir müssen auch nicht fürchten, dass ausländische Ware zu stark herein drängt. Die Konsumenten greifen zum Glück in Österreich am liebsten zum Österreichischen Wein", freut sich der Weinbaupräsident.

Allerdings könne man Literpreise von 1,99 Euro bei den eigenen Standards in Qualität und Umweltschutz nicht schaffen. "Dazu sollte man sich vor dem Griff ins Regal Gedanken machen."

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