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Mehr Einsätze, zu wenig Schwimmer: Wasserretter schlagen Alarm

Fast 1.000 Einsätze und 50.000 ehrenamtliche Stunden: Die Wasserrettung NÖ zieht Bilanz und warnt vor gefährlichen Defiziten bei den Schwimmkenntnissen.
Ruhiger See mit Holzsteg und Schild „Steg für die Wasserrettung freihalten“.

Es ist erst ein paar Tage her, da kam es am Ratzersdorfer See in St. Pölten zu einem dramatischen Rettungseinsatz. Badegäste konnten einen Vierjährigen aus dem Wasser ziehen, am Ufer wurde der Bub reanimiert. Das Kleinkind überlebte und konnte dem Vernehmen nach auch rasch die Intensivstation wieder verlassen.

Szenen wie diese kommen an den Gewässern in Österreich leider häufig vor, oft auch mit einem tragischen Ende. Im Schnitt ertrinken pro Jahr 42 Menschen in Österreich, acht davon in Niederösterreich.

Gründe für diese traurigen Zahlen gibt es viele: Überschätzung, mangelnde Aufsichtspflicht der Eltern und gesundheitliche Probleme. Der schwerwiegendste Umstand ist aber, dass sieben Prozent der Menschen in Österreich ab fünf Jahren nicht schwimmen können. „Das entspricht etwa 630.000 Personen“, berichtet SPÖ-Landesrätin Eva Prischl.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Situation noch dramatischer: Rund 137.000 Fünf- bis 19-Jährige können nicht schwimmen, weitere 76.000 verfügen nur über geringe Schwimmkenntnisse. Damit kann etwa jedes sechste Kind in Österreich nicht oder nur eingeschränkt schwimmen.

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Schimböck und Prischl zogen Bilanz.

Gleichzeitig steigt die Belastung für die Einsatzkräfte. Die Wasserrettung Niederösterreich verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 997 Einsätze – ein Plus von nahezu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dafür leisteten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer rund 50.000 Stunden freiwillige Arbeit.

„Unsere rund 1.600 Mitglieder leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit an und in den Gewässern Niederösterreichs“, betont Präsident Markus Schimböck. Allein im vergangenen Jahr wurden durch die Wasserrettung rund 2.500 Schwimmausbildungen durchgeführt.

„Bestehende Bäder erhalten“

Der Präsident sieht jedoch strukturelle Probleme. Viele Familien hätten immer weniger Möglichkeiten, regelmäßig schwimmen zu gehen. „Für Gemeinden und Städte wird es zunehmend schwieriger, Hallen- und Freibäder zu finanzieren“, sagte Schimböck. Um die Schwimmkompetenz nachhaltig zu verbessern, müssten bestehende Bäder erhalten bleiben. Nur so könnten Schwimmkurse angeboten und die erlernten Fähigkeiten regelmäßig trainiert werden.

Mit Blick auf die aktuelle Hitzewelle appellierten sowohl Prischl als auch Schimböck an die Eigenverantwortung. Eltern sollten Kinder an Gewässern niemals unbeaufsichtigt lassen und Pools oder Teiche entsprechend absichern. Schwimmern wird zudem empfohlen, in offenen Gewässern eine Schwimmboje zu verwenden. „Gute Schwimmkenntnisse sind der beste Schutz“, so die einhellige Botschaft der Wasserretter.

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