Das lange Warten vor dem Schranken ärgert die Fischamender

Bürgermeister Thomas Ram kritisiert Verzögerungen durch geschlossene Bahnübergänge. ÖBB versichern: "Wir arbeiten an einer Optimierung."
Mehrere Fahrzeuge stehen vor einem geschlossenen Bahnschranken

"Massive Probleme mit übermäßig langen Schließzeiten der Eisenbahnschranken in der Stadt" ärgern Thomas Ram, Bürgermeister von Fischamend (Bezirk Bruck an der Leitha). Seit Herbst letzten Jahres habe sich die Situation verschlechtert, sagt Ram: "Die Bahnschranken legen den Verkehr lahm."

Schon mehrmals sei seitens der Stadtgemeinde bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) deshalb interveniert worden. Doch trotz oftmaliger Kontaktaufnahme der Gemeindevertreter - besonders von Stadtrat Oliver Hausner - gebe es keine spürbaren Verbesserungen. Deshalb hat sich Ram jetzt direkt an ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä gewandt.

"In den bisherigen Antworten hat man uns technische Gründe genannt, das ist für mich aber nicht zufriedenstellend", sagt Ram. "Das Problem besteht, seit im Herbst die Schienen bearbeitet worden sind. Seither werden die Schranken anscheinend schon früher von Kontakten ausgelöst und gehen zu noch lange bevor der Zug in den Bahnhof einfährt."

Einsatzfahrzeuge behindert

In seinem Schreiben an Matthä berichtet der Bürgermeister von regelmäßig auftretenden Staus und verweist auch auf die dadurch verursachten CO₂-Emissionen. Unnötig lange Schließzeiten würden außerdem Behinderungen für Einsatzfahrzeuge verursachen. "Und es ist auch eine Frage der Sicherheit", so Ram. "Weil Kinder wegen der langen Wartezeit unter den Schrankenanlagen durchschlüpfen und deshalb gefährdet sind."

Insgesamt drei Bahnübergänge im Stadtgebiet von Fischamend seien betroffen, erzählt Ram: "In der Enzersdorfer Straße, der Greger- und der Klein-Neusiedlerstraße. Das sind Durchzugsstraßen, die Autos stauen manchmal zurück bis auf die B9. So kann das nicht weitergehen. Wir hoffen, dass unsere Argumente dazu führen, dass die Verantwortlichen bei den ÖBB endlich handeln und den unzumutbaren Zustand abstellen.”

Schranken wird früher ausgelöst

Seitens der Bundesbahnen bestätigt man Rams Vermutungen im Wesentlichen. Sprecher Christopher Seif erklärt die Verzögerungen auf KURIER-Nachfrage mit der "Modernisierung der sicherungstechnischen Anlagen auf der Strecke und im Bahnhof Fischamend". Man habe "dem Stand der Technik erforderliche Anpassungen" vorgenommen und gesetzliche Vorgaben erfüllt. Daher werde der Bahnschranken nun von Zügen aus Maria Ellend kommend früher ausgelöst: "Durch das Stellen einer Fahrstraße im Bahnhof Fischamend in Richtung Flughafen Wien." Dies könne zu länger geschlossenen Schranken führen.  

Seif versichert jedoch: "Wir arbeiten bereits an einer Optimierung der neuen Technik."

Ähnlich lange Wartezeiten plagen Autofahrer und Fußgänger seit Jahrzehnten in Mödling beim dortigen Südbahn-Schranken in der Schillerstraße. Eine Situation, die mit dem geplanten viergleisigen Ausbau der Südbahn zwischen Wien und Mödling aber der Vergangenheit angehören soll. Im Zuge dessen ist nämlich der Bau einer Unterführung vorgesehen, die den häufig geschlossenen Schranken ersetzen soll. Die Dimensionen der Unterführung sorgen aktuell noch für Diskussionen zwischen Stadtführung und ÖBB: für Busse und Lkw soll die Durchfahrt nur knapp möglich sein, wird kritisiert.

Aus für Bahnkreuzung Grenzgasse

Für Autofahrer ersatzlos geschlossen werden soll in Mödling hingegen der Bahnschranken in der Grenzgasse, an dem es derzeit ebenfalls zu langen Wartezeiten kommen kann - mitunter bis zu einer halben Stunde. Die ÖBB planen stattdessen eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer.

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