NÖ: Offensive für Gesundheitsprävention und gegen Vorsorgemuffel

Wie im Vorjahr im NÖ Gesundheitsplan beschlossen, wird nun eine Kommission eine Präventionsstrategie erarbeiten.
Landesräte Kasser und Anrtauer präsentierten Start für Strategieplan

Eine eigene Kommission wird nun in Niederösterreich eingesetzt, um bis zum Jahresende eine Gesundheitsförderungs- und Präventionsstrategie auszuarbeiten. Verstärktes Vorsorgebewusstsein sei eine wichtige Voraussetzung zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, weil gerade in NÖ Vorsorgeuntersuchungen sehr schlecht genutzt werden, wurde bei der Präsentation des Strategieplans versichert.

Die demografische Entwicklung, aber auch höchst ungesunde Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen sind bekannte Problemfelder. "Unser System wird nicht an einzelnen Notfällen scheitern. Es gerät aber unter Druck, wenn chronische Erkrankungen weiter zunehmen oder immer mehr Menschen in den Kliniken intensive Betreuung brauchen“, sagte Landesrat Martin Antauer (FPÖ) als Chef des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS).

Erkrankungen

Antauer nannte die Sorgenkinder im Gesundheitssystem beim Namen: Bewegungsmangel ziehe sich durch alle Altersgruppen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen, Diabetes Typ 2 und psychische Erkrankungen nehmen zu. "Wenn wir erst reagieren, wenn Symptome auftreten, behandeln wir nur die Folgen“, so Antauer.

Im Jahr 2024 nahmen in NÖ 9,3 Prozent der Über-18-Jährigen eine Gesundenuntersuchung in Anspruch – bundesweit waren es 18,6 Prozent. Ein Jahr nach dem Beschluss des NÖ Gesundheitsplans 2040+ kommt das Land nun der Empfehlung der Experten, die den viel diskutierten Plan entwickelt haben, nach. Laut NÖGUS-Geschäftsführer Volker Knestel wird nun eine eigene Kommission etabliert, die bis zum Jahresende ein gebündeltes Maßnahmenpaket ausarbeiten wird.

Kommission

Unter der Federführung des Vorsitzenden des Landessanitätsrates, dem Universitätsprofessor Herbert Frank, werden Experten der NÖ Tut-Gut-Organisation, ein niedergelassener Allgemeinmediziner und Experten der Gebietskrankenkasse das Strategiepapier ausarbeiten. Davor sollen rund 100 Präventionsinitiativen, die in NÖ aktiv sind, evaluiert werden. Vor allem die seit 30 Jahren im Land aktive Tut-Gut-Organisation wird bei zukünftigen Aktivitäten weiter eine Hauptrolle einnehmen, kündigte Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) an.

Für das Vorhaben sei mit 460 Gesunden Gemeinden, 320 Vitalküchen, 361 Wasserschulen oder 315 "Bewegten Klassen“ bereits eine gute Basis für den Präventionsplan geschaffen, so Kasser. Florian Hengl von der ÖGK kündigte an, dass auch der betrieblichen Gesundheitsvorsorge in der neuen Strategie eine Hauptrolle zukommen wird.

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