Waldviertel: Eine halbe Milliarde für Spitalsreform geplant
Wer den Wegen links am Haupteingang des Landesklinikums Horn folgt, gelangt zu einer großflächigen Baustelle. Wo Maschinen und aufgewühlter Boden zu sehen sind, entsteht bis Ende des Jahres ein modularer Holzbau.
Er dient als Ausweichquartier für mehrere Abteilungen und markiert den ersten Schritt einer umfassenden Modernisierung der rund 30 Jahre alten medizinischen Einrichtung. Es ist ein notwendiger Umbau, wie Vertreterinnen und Vertreter des Landes, der Landesgesundheitsagentur (LGA) sowie der regionalen Spitäler am Mittwochvormittag gegenüber der Presse schildern. Denn das Krankenhaus zählt künftig zu den beiden Kliniken mit regionalen Schwerpunktfunktionen im Waldviertel.
Ein symbolischer Spatenstich für die Umbauarbeiten in Horn.
Gesundheitslandesrat Anton Kasser (ÖVP) verwies auf den Gesundheitsplan 2040+, mit dem die medizinische und pflegerische Versorgung in Niederösterreich langfristig gesichert werden soll. "Rund eine halbe Milliarde fließt in das Waldviertel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten", so der Politiker. 154 Millionen Euro sind dabei für den Grundausbau von Zwettl und Horn vorgesehen.
PET-CT und Roboter
Um weitere 330 Millionen soll die Infrastruktur in Horn generalsaniert werden. An dem Standort werden künftig urologische Leistungen gebündelt. So soll die Urologie aus Waidhofen an der Thaya im Sommer 2027 nach Horn übersiedeln. Zudem ist die Installation eines Operationsroboters geplant, wie LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam ausführte.
Das Angebot werde darüber hinaus um ein PET-CT erweitert – ein bildgebendes Diagnoseverfahren, das vorwiegend in der Onkologie zum Einsatz kommt. Derzeit gebe es dieses Angebot im Waldviertel nicht. Teil der baulichen Neuordnung ist auch eine Verlegung der Augenabteilung ins Erdgeschoß.
Der Fokus in Zwettl soll vorwiegend auf der Orthopädie liegen. Der Standort sei bereits stark ausgelastet, was zusätzliche OP-Kapazitäten notwendig mache, hieß es am Mittwoch. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Eingriffsräume, eine bessere Strukturierung der Ambulanzen sowie ein Ausbau der Bettenkapazitäten. Die konkreten Schritte für den Standort befinden sich derzeit in Ausarbeitung.
Demonstration
Durch die geplante Schließung des Landesklinikums Gmünd sollen künftig größere orthopädische Eingriffe in Zwettl gebündelt werden. Gleichzeitig können ambulante Eingriffe in die geplante Gesundheitsklinik in Gmünd verlegt werden.
Ergänzt wird das Konzept durch spezialisierte Angebote an weiteren Standorten. In Waidhofen an der Thaya wird der tageschirurgische Schwerpunkt weiter ausgebaut, zudem soll die Altersmedizin mit Akutgeriatrie, Remobilisation und Nachsorge gestärkt werden. In Allentsteig bleibt der Fokus auf der Neuro-Rehabilitation. Eine Erneuerung der Infrastruktur um sechs Millionen Euro ist vorgesehen.
Ungeachtet der geplanten Investitionen stoßen die Umstrukturierungen insbesondere im von einer Spitalsschließung betroffenen Gmünd weiterhin auf Kritik. Für Donnerstag sind in St. Pölten bereits seit längerer Zeit Proteste gegen die Spitalsreform angekündigt.
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