Spitalsschließung in Gmünd: Details zur neuen Klinik präsentiert
Das Krankenhaus in Gmünd soll durch eine Gesundheitsklinik ersetzt werden.
Seit Monaten gilt Gmünd als ein Epizentrum der Debatten über die zukünftige medizinische Versorgung in Niederösterreich. Gemäß dem „Gesundheitsplan 2040+“ soll das bestehende Spital in der Stadtgemeinde durch eine Gesundheitsklinik ersetzt werden. Konkrete Informationen zum medizinischen Angebot blieben lange Zeit aus. Am 24. März 2026 – genau ein Jahr nach der Präsentation des Gesundheitspakts – stellten Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Institutionen nun die Pläne für die neue Einrichtung vor.
In der Gesundheitsklinik soll ein ambulantes OP-Zentrum entstehen. Eingriffe in der Augenheilkunde, der Chirurgie sowie der Orthopädie und Traumatologie sollen dort durchgeführt werden. Der Fokus liegt auf Behandlungen, die mit zunehmendem Alter häufiger notwendig werden. Hier gebe es in der Region einen besonders hohen Bedarf, sagte Elisabeth Bräutigam, Vorständin der Landesgesundheitsagentur (LGA). Unter anderem ist die Behandlung von Grauem Star, Krampfadern, Hernien und dem Karpaltunnelsyndrom vorgesehen.
Am Standort soll zudem eine durchgehende notfallmedizinische Grundversorgung sichergestellt werden. Geplant sind ein Notarztstützpunkt sowie ein Hubschrauberlandeplatz. Darüber hinaus soll ein Primärversorgungszentrum (PVZ) bzw. eine allgemeinmedizinische Basisversorgung durch einen Internisten eingerichtet werden. Auch ein Radiologiezentrum ist in Gmünd vorgesehen.
Im Chronikerzentrum werden künftig Menschen mit chronischen Erkrankungen behandelt. Ein mobiles Palliativteam kommt bei Hausbesuchen zum Einsatz. Die Bereiche Gynäkologie, Innere Medizin und Kinder- sowie Jugendheilkunde sollen von niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten abgedeckt werden. Bei allen präsentierten Angeboten handelt es sich um kassenärztliche Leistungen.
Von links nach rechts: Hengl, Kasser, Bräutigam, Antauer und Knestel präsentierten die Pläne.
Die Gesundheitsklinik sei kein „Trostpflaster“, sondern eine „wertvolle und hundertprozentige Versorgung“, sagte Landesrat Anton Kasser (ÖVP). Die Klinik werde sich zudem nicht auf anderen Leistungen in Gmünd – wie das Healthacross MED – auswirken. Im gesamten Bezirk werde kein Kassenvertrag „abgeschafft oder reduziert“, betonte auch Florian Hengl, Vorsitzender des niederösterreichischen Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).
Stadt begrüßt Einigung
Die ÖGK arbeitet bei der operativen Umsetzung mit der LGA zusammen. „Wir arbeiten gemeinsam das erste Mal unter einem Dach“, so LGA-Vorständin Bräutigam. Die Leistungen orientieren sich am Österreichischen Strukturplan Gesundheit sowie dem Regionalen Strukturplan Gesundheit, so der blaue Landesrat Martin Antauer. Das Spital werde erst geschlossen, wenn die Klinik in Betrieb und die Versorgung im Bezirk sichergestellt sei. Volker Knestel, Geschäftsführer des NÖGUS (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds), spricht von einer „Pionierarbeit“ hinsichtlich der gemeinsamen Patientenversorgung.
Die Forderung nach konkreten Informationen zur Gesundheitsklinik hatte zuletzt für Spannungen zwischen Gemeinde und Land gesorgt. Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) kündigte vergangene Woche an, eine Klage vorbereiten zu lassen. Die Einigung zwischen dem Land, der LGA, der ÖGK und der NÖGUS zeige die Wirkung des konsequenten Einsatzes für die Stadt Gmünd, so die Ortschefin. Die Gemeinde freue sich über die erste verbindliche Aussage zur langfristigen Gesundheitsversorgung. Laut Stadtrat Martin Preis (ÖVP) gelte es jetzt, das vorgestellte Konzept genauer zu prüfen. Ein Anwalt werde das Dokument hinsichtlich der laufenden Klagsdrohung bewerten.
Grüne gegen Gesundheitsplan, NEOS fordern Transparenz
Die Grünen sind indes weiterhin unzufrieden mit dem Gesundheitsplan. Am Donnerstag möchte die Partei das Vorhaben bei einer Aktuellen Stunde im Landtag auf den „Prüfstand“ stellen. Parallel dazu läuft seit Dienstag eine Online-Petition.
Die NEOS sehen im Gesundheitsplan einen „wichtigen Reformschritt“, orten jedoch Probleme bei der Umsetzung. Gefordert werden ihrerseits ein transparenter Projektmonitor und eine Vereinfachung bei den politischen Zuständigkeiten. Derzeit seien vier Landesräte mit dem Thema Gesundheit betraut.
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