Chronik | Niederösterreich
01.08.2018

Waldrodung für Baugründe erregt Anrainer

Umwidmungspläne im Neuhofen an der Ybbs werden heftig diskutiert.

Wegen der geplanten Umwidmung eines Waldgebiets in Baugründe gehen in der Gemeinde Neuhofen an der Ybbs im Bezirk Amstetten die Wogen hoch. Um den Platz für vorerst 20 Einfamilienhäuser zu schaffen, müsste ein gesunder Wald bei der Ortschaft Perbersdorf gerodet werden. Das ist einer der Gründe, warum mindestens acht Anrainer auf die Barrikaden steigen. „Wald zu opfern, um Baugründe verkaufen zu können, sollte in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr diskutiert werden müssen“, ärgert sich Franz Haydn als einer der Sprecher der Bürgerinitiative „Waldstraße ohne Wald“.

Gottfried Eidler, ÖVP-Bürgermeister in Neuhofen will in der Sache einen neutralen Standpunkt beziehen: „Wir können den Umwidmungswunsch der Grundeigentümers nicht verhindern“, sagt er. Ebenso sei es das Recht der verärgerten Siedler, gegen die Flächenwidmung anzukämpfen. „Doch man muss sich schon bewusst sein, dass vor den jetzigen Siedlern dort ebenfalls Wald gewesen ist“, kommentiert er. Gründe wie Naturschutzgebiete oder Naturdenkmäler, die eine Umwidmung von vornherein ausschließen würden, sehe er momentan keine, sagt der Ortschef. Das Umweltamt, die Forstaufsicht und das Land Niederösterreich hätten über die Änderung des Flächenwidmungsplanes zu entscheiden, erklärt Eidler. Der Antrag eines Landwirts, der angeblich mit dem Grundverkauf einen neuen Hühnerstall finanzieren will, und anderer Grundeigner werde derzeit vom Raumplaner der Gemeinde aufbereitet, berichtet Eidler.

Protest

„Wir werden ignoriert“, befürchtet Anrainerin und SPÖ-Gemeinderätin Roswitha Amersin einen Beschluss der ÖVP-Mehrheit im Gemeinderat noch im August. Sie glaubt, dass die beantragte 2,4 Hektar große Baugrundfläche noch nicht das Ende ist und eine zweite Umwidmung kommt. Das will Bürgermeister Eidler nicht bestätigen. Er weist darauf hin, dass eine eventuelle Flächenumwidmung aushangpflichtig sei und Betroffene ihre Rechte wahrnehmen könnten.

Wolfgang Atzenhofer