Waldpension Hochegg: Immo-Entwickler plant Luxus-Wohnprojekt
Die Waldpension gibt es in Hochegg seit den 1960er-Jahren
Der Schock bei den Mitarbeitern und zuletzt rund 40 betreuten Klienten saß tief, als vergangenen Herbst bekannt wurde, dass die Waldpension in Hochegg (Bezirk Neunkirchen) aus wirtschaftlichen Gründen schließt.
Das Wohnheim für sehbehinderte Menschen auf einem 40.000 Quadratmeter großen Areal hatte mit zu geringer Auslastung zu kämpfen. Die Österreichische Jungarbeiterbewegung, kurz ÖJAB, hatte die Waldpension als gemeinnütziger Verein seit 2023 betrieben. Wegen der Auslastung von gerade einmal 20 Prozent war es zu einer "groben finanziellen Schieflage" gekommen.
Umso erfreulicher ist es nun für alle Beteiligten, dass ein Käufer für das riesige Areal in Hochegg gefunden wurde. Ein Immo-Entwickler aus dem Burgenland war von dem Areal so angetan, dass er nun eine Luxusresidenz daraus machen will.
Vielzahl an Gesellschaften
Die ÖJAB hat die Waldpension an die "Monvita GesmbH" des Immobilien-Spezialisten Philipp Grabner verkauft. Grabner ist unter anderem Geschäftsführer der "gn8 Invest GmbH" und zahlreicher anderer Immo-, Projektentwicklungs- und Vermietungsgesellschaften mit Sitz in Wien und Oberpullendorf (Burgenland). "Der Kaufvertrag wurde bereits unterschrieben. Der Betriebsübergang an die neue Eigentümerin wird am 31. März erfolgen", heißt es vonseiten der Österreichischen Jungarbeiterbewegung.
Der neue Eigentümer will die Liegenschaft rasch sanieren und umbauen. Grabner stammt aus Oberpullendorf. Der Unternehmer betreibt neben einer Reihe von Immobilienprojekten und Entwicklungsgesellschaften in Draßmarkt-Karl bei Oberpullendorf bereits ein Projekt für "Betreutes Wohnen". "Das Angebot wird extrem gut angenommen. Wir haben bereits eine Warteliste von 30 Personen", erklärt Grabner.
Immo-Investor Philipp Grabner
Berg des Lebens
Nach diesem Modell will er die Waldpension Hochegg zu einer Art Luxusresidenz mit Pool, Wellnessbereich, einem integrierten Ärztezentrum und einer Koppel für Tiere machen. "Es wird Einzel-, Doppelzimmer und Appartements geben. Die Finanzierung steht bereits und der Architekt startet demnächst", erklärt Grabner.
Einen Namen gibt es auch bereits: "Residenz Monvita", abgeleitet von den lateinischen Worten "mons" (Berg) und "vita"(Leben). "Berg des Lebens. Es handelt sich einfach um eine traumhafte Liegenschaft mit einem atemberaubenden Ausblick", so der Investor.
Wie ÖJAB-Geschäftsführerin Monika Schüssler meint, freue man sich über die nachhaltige Nachnutzung, die der Käufer präsentiert habe. "Er hat ein durchdachtes und vielseitiges Konzept“, so Schüssler.
Zuletzt wurden knapp 40 Personen in der Waldpension betreut
Alle Bewohnerinnen und Bewohner der bisherigen ÖJAB-Waldpension haben inzwischen ein neues Zuhause mit passender Betreuung und Pflege gefunden. Die 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien entweder dienstfrei gestellt worden oder haben bereits eine neue Stelle gefunden, so die Österreichische Jungarbeiterbewegung.
Konzept ging nicht auf
Die Geschichte des Hauses geht übrigens ins Jahr 1961 zurück. Damals hatte die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs die Waldpension als barrierefreies Wohnheim mit besonderen Angeboten für sehbehinderte Menschen ins Leben gerufen. Am 1. April 2023 übernahm die NGO ÖJAB die Einrichtung mit sehr ambitionierten Plänen. Das Angebot wurde damals deutlich ausgeweitet.
Ältere Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sowie deren Angehörige konnten in der Waldpension Urlaub machen oder dauerhaft in Hochegg wohnen. Außerdem wurden über 100 Plätze für betreutes Wohnen eingerichtet. Das Konzept sei jedoch gescheitert. Die Angebote des betreuten Wohnens hätten viel zu wenig Nachfrage erfahren, während die Warteliste für die nur 12 Pflegeplätze eine sehr lange war, so die Verantwortlichen.
Kommentare