Stadt Waidhofen/Ybbs verkauft aus Finanznot drei Wohnhäuser
Wohnhäuser in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gasse werden privatisiert.
Da ihre finanzielle Lage dramatisch ist, verkauft die Stadtgemeinde Waidhofen/Ybbs etwas von ihrem „Familiensilber“. Drei sanierungsbedürftige Wohnblöcke mit Gemeindewohnungen wurden nun per Gemeinderatsbeschluss zum Erlös von 1,178 Millionen Euro an Immobilien-Entwickler abgegeben.
Dem Verkauf an die beiden einheimischen Investoren Sebastian Alberer und Christian Hirtenlehner stimmten alle Parteien außer der FPÖ mit Solo-Gemeinderat Josef Gschwandegger zu. Sozialen Wohnraum müsse die Stadt weiter im Eigentum erhalten, er gehöre zur sozialen Verantwortung der Gemeinde, argumentierte er.
Wohnrecht bleibt
Die neuen Eigentümer übernehmen die drei Häuser in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gasse per 1. April. Von den 36 Wohnungen in den drei Objekten sind aktuell 23 vermietet. Die Mietverträge sollen aufrecht bleiben, das haben die neuen Eigentümer zugesagt. Außerdem soll sehr rasch mit Sanierungsarbeiten begonnen werden.
Ebenfalls auf der Verkaufsliste der Stadt Waidhofen/Ybbs: Altes Rathaus
Das Motiv hinter dem Verkauf ist der Finanzbedarf der Stadt. Zur Erinnerung: Im Vorjahr musste die Stadt für einen Zwei-Millionen-Kredit eine Bank als Sicherstellung ins Grundbuch für das Rothschildschloss lassen. Eine weitere Entscheidungsgrundlage war, dass die Wohnhausanlagen dringend sanierungsbedürftig sind. Der vorab erhobene notwendige Renovierungsaufwand von über 700.000 Euro ist aber für die Stadt derzeit nicht stemmbar.
Investitionen finanziert durch „strategischen Vermögenstausch“
Im Zuge des Budgetkonsolidierungskurses habe sich die Stadt entschieden, notwendige Investitionen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Sicherheit unter anderem durch „strategischen Vermögenstausch“ zu finanzieren, heißt es aus dem Rathaus.
Alberer und Hirtenlehner gründeten die „Jahn-Gasse Living GmbH“, sie planen die Wohnhäuser langfristig zu führen und die einzelnen Wohnungen Zug um Zug zu adaptieren und zu sanieren. Durch die Nähe zu den Waidhofener Gesundheitseinrichtungen sehen sie gutes Potenzial in den drei Gebäuden. Es gäbe auch schon erste Interessenten, ließen sie wissen.
Mit den Käufern habe man in der Region verwurzelte Unternehmer gefunden, „die über entsprechende Erfahrung verfügen und für professionelles Immobilienmanagement stehen“, sagte Bürgermeister Werner Krammer (ÖVP). Im Haushaltsvorschlag für heuer plant die Stadt übrigens mit einem Minus von 720.000 Euro.
Im Schaufenster Waidhofens befinden sich noch andere Gebäude in der Altstadt. Darunter das Alte Rathaus, ein historischer Gasthof oder ein Ärztehaus. Für die geplante Entwicklung der Objekte in moderne, gut nutzbare Liegenschaften fehlt das Geld. Aber auch die Suche nach Investoren ist für diese historischen Gebäude absolut nicht leicht.
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