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Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Waidhofen: Golfclub ist bald "heimatlos"

Irritation am Green: Der neue Platzbetreiber kündigt dem Golfclub den Vertrag und will einen neuen Club gründen.

von Gilbert Weisbier

Nach gröberen Turbulenzen, die der Golfclub Waidhofen/Thaya in den vergangenen beiden Jahren durchstehen musste, kommt jetzt ein existenzbedrohender Tiefschlag auf den Verein zu. Der Platzbesitzer hat dem Club die Kündigung des Vertrages angekündigt. Das bestätigt der Geschäftsführer der Anlage, Gordon Nixon. Damit würde der 1993 gegründete Club heimatlos.

Der Vorstand des erst 1993 gegründeten Clubs ist laut Präsident Heinz Günter auf der Suche nach einer Lösung. "Wir sind bemüht, den Mitgliedern ohne großen Wirbel weiteres Spielen in Waidhofen zu ermöglichen."

Rückschlag

Das trifft den Club zu einem Zeitpunkt, an dem es wieder bergauf zu gehen schien: "Seit ein neuer Eigentümer Anlage und Hotel übernommen hat, waren die Zeiten schwierig", bestätigt Präsident Günter. Neben Problemen mit dem Zustand des Platzes habe es immer wieder Beschwerden über die Qualität des Restaurants gegeben: "Wir haben uns bemüht, wieder mehr Leute her zu bringen. Eine Gruppe, die wir eingeladen hatten, erklärte uns klipp und klar: in diese Restaurant kommen wir nicht mehr", erzählt Günter.

"Seit kurzem ist Herr Nixon Geschäftsführer. Er hat sich sehr bemüht und vieles ist besser geworden. So wurde das Restaurant-Team ausgetauscht. Dabei hatte man unsere Beschwerden in der Vergangenheit abgetan, als verstünden wir nichts davon", seufzt Günter.

Mitgliederschwund

Der Club hat schon bessere Zeiten gesehen. Sein Mitgliederstand ist zuletzt von einst 2200 Mitgliedern auf rund 600 gesunken. Dabei hätte man sich gerade zuletzt bemüht, wieder mehr Spieler zu bringen, das sei aber wegen der Schwierigkeiten im Betrieb nicht möglich gewesen.

Nun hat der Anlagenbetreiber, die AT Golf GmbH, die Mitglieder angeschrieben und sie informiert, dass er plant, einen neuen Verein zu gründen. Dessen Mitglieder sollen gewisse Vergünstigungen verlieren, dafür aber die Möglichkeit bekommen, auf einigen tschechischen Golfplätzen gratis zu spielen. Der tschechische Eigentümer Peter Svrcek will laut Geschäftsführer Gordon Nixon keine Stellungnahme abgeben. "Wir lösen unsere Probleme intern", ist das einzige, was Nixon verlauten lässt.