Bürgermeister rettet Tschetschenen vor der Abschiebung

Musa Malinkov , Waidhofen an der Ybbs, soll abgesc…
Foto: Martin Steinbach Musa Malikov mit seinen Kindern Rasul und Rayana.

Tschetschenische Familie aus Waidhofen/Ybbs darf doch in Österreich bleiben.

Das Schicksal der von der Abschiebung bedrohten tschetschenischen Familie mobilisierte Hunderte Bürger in Waidhofen/Ybbs. Gestern hatte das Bangen ein Ende. Bürgermeister Wolfgang Mair, ÖVP, kündigte an, der Familie Malikov das humanitäre Bleiberecht zu gewähren.

Der negative Bescheid und der Auftrag zur Abschiebung löste im vergangenen Oktober in Waidhofen einen Proteststurm aus. Jeden Samstag versammelte sich eine Gruppe von Aktivisten zur sogenannten „Teaparty“, um ihre Solidarität mit der Familie zu bekunden. Mitte Dezember demonstrierten 150 Leute mit einem Fackelzug für das Bleiberecht. Der 30-jährige Musa Malikov und seine Frau Malika, 27, waren vor zweieinhalb Jahren mit dem kleinen Rasul, 3, aus Grozny geflüchtet. Töchterchen Rayana kam 2011 in Waidhofen zur Welt.

Wolfgang mair , Bürgermeister , Waidhofen an der Y… Foto: Wolfgang Atzenhofer Bürgermeister Wolfgang Mair fand Anhaltspunkte, dass Familienvater Musa Malikov politisch verfolgt wurde

Musa erzählte, dass er daheim die Opposition unterstützte, eingesperrt war und gefoltert worden sei. Dennoch sprach ihm der Asylgerichtshof kein Asyl zu. Auch der Antrag auf humanitäres Bleiberecht hatte zu Beginn wenig Aussicht auf Erfolg. Jetzt wird Waidhofens Bürgermeister, der als Chef der Statutarstadt die Befugnisse eines Bezirkshauptmannes besitzt, doch den rettenden Bescheid ausstellen. „Wir haben den Fall genau untersucht. Ich habe mit der Innenministerin Mikl-Leitner alles besprochen. Es hat sich jetzt gezeigt, dass Herr Malikov sehr wohl ein politischer Flüchtling sein dürfte“, sagte Stadtchef Mair.

Musa, der in ständiger Angst lebte und an Schlaflosigkeit litt, trug selbst viel zum Bleiberecht bei. Er half ehrenamtlich im Jugendzentrum mit, lernte Deutsch und zeigte sich arbeitswillig. Das war der Grund für die breite Solidarität.

„Wir freuen uns vor allem auch für die Kinder. Die Familie hat viel mitgemacht“, meinte Franz Kößl, einer der Organisatoren der Hilfsaktion. Für Kößl wäre das Asylgesetz verbesserungswürdig. Asylwerbern sollte es erlaubt werden zu arbeiten und Bürgermeistern, die die Menschen besser beurteilen können, sollten mehr Mitsprache beim Bleiberecht haben.

(kurier) Erstellt am
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