Wachau: Flutschutz-Finale im Frühjahr

Bis zum Frühjahr 2012 ist der Großteil der Orte vor Donauhochwasser geschützt. Nur Dürnstein und Melk fehlen.

Auf eine Zukunft mit deutlich weniger Angst vor Hochwasser können viele Bewohner der Wachau blicken: Ein großer Teil der Hochwasserschutzanlagen ist entweder bereits funktionsfähig oder steht vor der Fertigstellung. Erstmals seit vielen Generationen können Menschen, die bisher regelmäßig in die Reparatur beschädigter Gebäude investieren mussten, diese Gelder anders verwenden.

"Wir haben bisher die einzige Hochwasserschutzbaustelle, die nicht von einem Donauhochwasser beeinträchtigt wurde", sagt ein glücklicher Erich Polz. Der Bürgermeister von Rossatz-Arnsdorf hat zwei Projekte parallel in seinem Gemeindegebiet laufen. Nämlich für die Ortsteile Rührsdorf und Oberarnsdorf: "Mir ist wichtig, dass beide gleichzeitig begonnen wurden und nahezu gleichzeitig abgeschlossen werden. Ende März oder Anfang April sollen sie funktionsfähig sein", erklärt Polz.

Kosten

Probleme mit dem Untergrund haben das Projekt Rührsdorf deutlich teurer gemacht. Die geschätzten Kosten sind von 5,5 auf schmerzhafte neun Millionen Euro gestiegen. So werden die Gesamtkosten für beide Anlagen wohl über 18 Millionen Euro liegen. "Aber das ist wichtig. Oberarnsdorf war jedes Mal schon betroffen, wenn in anderen Orten, die zwei bis drei Meter höher liegen, noch gar keine Rede von Hochwasser war", betont Polz. Die Bevölkerung habe aber überall mitgeholfen, habe Bauarbeiter im Sommer mit kalten, im Winter mit heißen Getränken versorgt. "Und ich bekomme so viel positive Rückmeldungen, dass mich das sehr berührt", sagt Polz.

Fertig sind die Schutzbauten von Hundsheim bei Mautern und Weißenkirchen. Seit Weihnachten ist auch die aus zwei Teilen bestehende Anlage von Spitz funktionsfähig.

In Krems besteht ja ein mobiler Schutzdamm entlang der Donau. Derzeit laufen immer noch Arbeiten an Schutzeinrichtungen entlang des Kremsflusses, wo praktisch jedes Jahr ein neuer Abschnitt in Angriff genommen wird.

2014 Optimistisch wirkt auch der Bürgermeister von Dürnstein, Johann Schmidl: "Wir haben die Förderungszusagen, die Einreichplanung ist im Werden. Längstens 2014 ist bei uns Baubeginn für Loiben und die Häuser westlich von Dürnstein."

Auch in Melk soll 2014 mit dem Bau begonnen werden.

( Kurier ) Erstellt am 29.12.2011