15 Münchendorfer engagieren sich derzeit rund um Kaspar.

© /Pro Münchendorf

Chronik Niederösterreich
11/05/2014

Von der Bürgerinitiative zur Partei

Sie ziehen gegen etablierte Parteien ins Feld, wollen verkrustete Strukturen aufbrechen. "Kampferprobt" sind sie: Stand doch zu Beginn der politischen Tätigkeit eine Bürgerinitiative.

von Katharina Zach

Im Süden von Wien gehen mit "Pro Münchendorf" und "Die Eber" aus Ebergassing gleich zwei ehemalige Bürgerbewegungen ins Rennen für die Gemeinderatswahl 2015.

"Wir stehen für ein lebenswertes, wirtschaftlich starkes und soziales Münchendorf für alle", erklärt "Pro Münchendorf"-Sprecher Martin Kaspar, der zwar an 1. Stelle auf der Wahlliste steht, aber nicht unbedingt als erster in den Gemeinderat einzieht, die Parteilinie. Als "Pro Mensch" hatten Kaspar und seine Mitstreiter gegen einen geplanten Windpark mobil gemacht. Sie hatten mit ihrem Protest Erfolg: Bei einer Volksbefragung stimmten 65,7 Prozent gegen das Projekt. Nun hoffen sie, am 25. Jänner in den Gemeinderat einzuziehen.

Ihre Wahlziele, betont Kaspar, orientieren sich dank einer Umfrage nah am Bürger. So wollen sie etwa um eine eigene Apotheke kämpfen, fordern einen sorgsameren Umgang mit Grundstücks-Umwidmungen sowie eine bessere Verkehrsanbindung. Sie wollen zudem auf mehr Transparenz setzen. "Damit nicht, wie bei der Windkraft , alles hinter verschlossenen Türen ausgemacht wird."

Transparenz ist auch für die "Die Eber" wichtiges Wahlziel. Genauso, wie die absolute Mehrheit der SPÖ in Ebergassing zu brechen, sagt Sprecher Christoph Antel. Vertreter der Bürgerbewegung – die Bezeichnung "Partei" vermeiden sie – zögerten als "BI Kontra Logistikzentrum Ebergassing" jahrelang das von Spar geplante Zentrum am Ortsrand hinaus. Letztendlich vergebens.

Gemeindestube

Doch ihr Engagement wollten sie nicht "sterben lassen", meint Antel. "Wenn man es über die Gemeindestube probiert, hat man mehr Gehör." Wer in Ebergassing wohne, sehe, was nicht funktioniere, sagt der 45-jährige Architekt. So müsse das Sterben des Ortszentrums verhindert werden. Zudem gebe es Diskussionsbedarf bei Betriebserweiterungen und beim Thema Verkehr. "Man soll es nicht nur der Industrie recht machen", erklärt Antel, sondern die Bürger stärker einbinden.

Einen großen Vorteil gegenüber etablierter Parteien sehen beide Bewegungen. So stehe keine Bundesorganisation hinter ihnen, die die Richtung diktiere, meinen sie.www.kurier.at/gemeindewahl

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