Jürgen Maier, Bürgermeister von Horn und ÖVP-Landtagsabgeordneter, beurteilt eine Kasernschließung als schweren Schlag für die Region

© KURIER/Gilbert Weisbier

Horn
10/01/2014

"Volkswirtschaftlich wäre das ein Wahnsinn"

Stadtchef Maier hält den Plan zur Kasernenschließung für eine Folge von Falschinformationen und kündigt entschlossenen Widerstand an.

von Gilbert Weisbier

"Mir reicht es langsam, das ist ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn. Wenn das wahr wird, halten wir das nicht aus", sagt Jürgen Maier. Der Bürgermeister von Horn und ÖVP-Landtagsabgeordnete hält den mittlerweile dritten Anlauf, die Radetzky-Kaserne zu schließen, für unerträglich und für die Mitarbeiter unzumutbar. Außerdem unterstellt er hochrangigen Militärs, mit unlauteren Mitteln zu agieren.

"Wir haben die im Betrieb wirtschaftlichste Kaserne, in der alles glänzt, wir haben die modernste Werkstätte nördlich der Donau, es wurden zuletzt neuneinhalb Millionen Euro investiert. Die Fakten sprechen für uns", sagt er. "Aber offenbar will uns jemand umbringen. Im Generalstab muss es Leute geben, die lügen und mit falschen Zahlen operieren", sagt er. Und bezieht sich dabei auf ein internes Papier, in dem zumindest zwei Dinge nicht der Wahrheit entsprechen sollen: "Darin steht, dass es in Horn 95 Mitarbeiter gibt. Dabei sind es 170. Außerdem wird die Kaserne als sogenannte Stadtkaserne bezeichnet. Das stimmt nicht. Sie liegt nicht im Stadtgebiet, sondern am Rand, hat enorme Erweiterungsflächen zur Verfügung und ist mit einer neu gebauten Zufahrt optimal erreichbar, ohne das Stadtgebiet zu berühren", sagt der Abgeordnete.

Maier argumentiert weiter: "Wir haben einen Belegungsgrad von 87 Prozent, weil es im Waldviertel genug Leute gibt, die Berufssoldaten werden wollen. Im Gegensatz zum Gebiet nahe Wien, wo man genau damit größte Probleme hat."

Trotz all dieser Vorteile habe man der Kaserne keine "eigene" Einheit zugewiesen und sie ihr damit keine faire Chance gegeben.

Rückschlag

Die Konsequenzen aus einer Kasernenschließung will er sich gar nicht vorstellen. Das wäre aus seiner Sicht ein vernichtender Schlag für den ländlichen Raum. "Die 200 Rekruten pro Jahr, die in die Stadt kommen, würden enorm fehlen", betont der Bürgermeister. Der auch Widerstand ankündigt: "Das lassen wir uns keineswegs so einfach gefallen."

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