Chronik | Niederösterreich
05.03.2012

Volksschulen: Künftig nur noch ein Direktor

Die Zusammenlegung zweier Volksschulen bereitet den Grünen Kopfzerbrechen. Sie befürchten sinkende Qualität.

Aus zwei mach eins. So lautet die neue Formel für die beiden Schwechater Volksschulen. Die bisher von zwei Direktoren geführten Schulen in der Ehrenbrunngasse werden künftig von einem Schulleiter geführt, der zweite Posten fällt weg. Schwechats Grüne fürchten um „Einbußen im pädagogischen Bereich“ und sehen zudem durch die Vereinigung kein Einsparungspotenzial.

Paul Haschka ist Grüner Gemeinderat und gleichzeitig Elternvertreter – also ein Kenner der Materie. Für ihn bedeutet die Entscheidung der Schulbehörde nichts Gutes. „Mit der Zusammenlegung haben wir nun eine Schule mit 460 Schülern und 22 Klassen. Dadurch geht die individuelle Betreuung verloren“, sagt Haschka. Volksschulen in dieser Dimension gelten in NÖ als Ausnahme und nicht als Regel.

Die Volksschule in Gänserndorf beherbergt ähnlich viele Kinder. „In Gänserndorf gibt es weniger Schüler als bei uns in Schwechat, aber ein größeres Lehrer-Team. Das ist deshalb nötig, weil viele Aufgaben, die an kleinen und mittelgroßen Schulen mitbedacht werden, in einer großen Schule extra organisiert werden müssen. Eine große Schule ist daher wesentlich teurer als zwei mittelgroße Schulen“, schildert Haschka.

Dass durch die Zusammenlegung ein „anonymer Großbetrieb mit Mehrkosten“ entsteht, will Landesschulrats-Präsident Hermann Helm nicht gelten lassen. Zudem sieht er keine Indizien, dass die pädagogische Qualität unter der Zusammenlegung leidet. „Ganz im Gegenteil“, sagt Helm, „wir ziehen schließlich keine Lehrstunden ab. Aus pädagogischer Sicht ändert sich für die Kinder nichts.“

123 Posten gespart

Weniger Verwaltung, mehr Kind – so lautet die Idee dahinter, so Helm. Für ihn stellen Direktoren von größeren Schulen Manager dar – die im Rahmen der Schulautonomie das Beste für die Schulen herausholen. „Ich habe 123 Direktionsposten in NÖ eingespart“, sagt Helm. „Jeder redet von der Verwaltungsreform, aber sobald man etwas macht, ist es falsch.“