Alte Technik, idyllische Landschaft: Flusskraftwerk am Kamp bei Rosenburg

© KURIER/Gilbert Weisbier

Rosenburg
10/07/2014

Verwirrung um angeblichen Kraftwerksausbau am Kamp

Naturschutzbund warnt vor Projekt in Rosenburg. Die EVN beteuert, es gebe keine Pläne.

von Gilbert Weisbier, Jürgen Zahrl

Kräftigen Widerstand gegen die angebliche Kraftwerks-Baupläne in Rosenburg, Bezirk Horn, kündigt der Naturschutzbund Niederösterreich an. Die Organisation befürchtet, dass die EVN die bestehende Anlage kräftig ausbauen will. Von einer um 2,4 Meter höheren Staumauer als bisher ist die Rede, die den bestehenden Rückstau zu einem einen Kilometer langen See machen soll.

EVN-Sprecher Zach zeigt sich verwundert: "Es ist schon richtig, dass wir das 104 Jahre alte Kraftwerk irgendwann in den kommenden zehn oder 15 Jahren revitalisieren müssen. Die Technik ist natürlich veraltet und die Wehr wurde nach dem Hochwasser von 2002 nur notdürftig repariert. Aber meines Wissens gibt es überhaupt keine konkreten Pläne für das Vorhaben. Wenn es dazu kommt, kann man sicher sein, dass wir im Vorfeld die Bevölkerung informieren, ehe wir ein Projekt zur Genehmigung einreichen. Wir konzentrieren uns allerdings derzeit auf die Ybbs", betont Zach.

Überrascht

Auch Wolfgang Schmöger, Bürgermeister der Gemeinde Rosenburg-Mold, hört bei der KURIER-Anfrage zum ersten Mal von solchen angeblichen Plänen.

Wie auch immer. Ein angebliches Neubau-Projekt des Kraftwerks Rosenburg war jedenfalls bei der Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes NÖ am vergangenen Wochenende großes Thema. Die Mitglieder beschlossen eine Resolution gegen das Vorhaben.

"Neben der Vernichtung von intakten Fluss- und Aulebensräumen durch Überstauung im Oberwasser und Eintiefung im Unterwasser bringt damit allein der vorgesehene Bau von Zufahrtsstraßen irreversible Schäden für Ökologie, Schönheit und Erholungswert der einzigartigen Landschaft des mittleren Kamptals mit sich", heißt es in einer Aussendung. Es sei sinnvoll, bestehende Kraftwerke zu optimieren, aber verantwortungslos, Flussheiligtümer anzutasten und unter dem Aspekt der Optimierung Neubauten zu betreiben, so die Naturschützer.

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