Verwalterin des „Erbes“ von Jane Goodall

Diana Leitzinger unter Mitarbeitern einer Farm mit Bananensetzlinge
In den Diensten des Jane Goodall Institute Austria bereiste Diana Leitzinger Förderprojekte in Uganda. Manche Probleme dort, sind ihr auch aus der niederösterreichischen Heimat bekannt.

Auch wenn die Biologin Diana Leitzinger bei ihren regelmäßigen Reisen in den afrikanischen Regenwald in ganz andere Welten eintaucht, viele der Probleme dort erinnern sie dann auch wieder an Herausforderungen in der Mostviertler Heimat.

Dringlicher Schutz von Fauna und Flora, rasche Reaktion auf den Klimawandel und der Kampf gegen Armut und Hilflosigkeit zeigen der Geschäftsführerin des Jane Goodall Institute Austria, wie eng globale Herausforderungen mit regionalem Engagement verbunden sind.

Geförderte Projekte

Aufforstungs-, Artenschutz- und Bildungsprojekten und natürlich die berühmte Rettungsinsel für verwaiste Schimpansen Ngamba Island waren das Ziel ihrer vergangenen Reise durch Uganda. Mithilfe von Förderern, aber auch der österreichischen Entwicklungshilfe werden in Uganda nachhaltige Entwicklungsprojekte unterstützt. Ganz im Sinne der Natur- und Tierschützerin sowie Schirmherrin der Schimpansen, Jane Goodall, die im Vorjahr 91-jährig auf einer Vortragsreise in den USA gestorben ist.

"Eigentlich war vereinbart, dass sie zum zweiten Teil der Reise dazukommen, aber dazu kam es nicht mehr“, berichtet Leitzinger, die Goodall bereits viele Jahre in ihren Projekten begleitet hat.

Aufforstung

Im Fokus ihrer Reise standen von Österreich aus mitfinanzierte Aufforstungsprojekte, bei denen heuer über eine Million Setzlinge gezogen und ausgepflanzt werden. In sechs Baumschulen holte sie bei den Menschen Informationen ein und arbeitete mit.

Selbst auf einem Hof im Mostviertel aufgewachsen und mit landwirtschaftlicher Arbeit vertraut, sei sie sehr beeindruckt gewesen, schildert Leitzinger. "Der Aufwand, der nötig ist, damit in Uganda unter schwierigen Bedingungen aus zarten Setzlingen große Bäume werden, ist enorm.“

Gepflanzt würden vorwiegend Obstbäume, die der Bevölkerung einen Mehrwert bringen. "Als ich dabei war, haben wir hauptsächlich Bananen-Stecklinge gesetzt“, so Leitzinger. Aber auch Mango, Avocado, Kaffee oder Kakao werden ausgepflanzt.

Diana Leitzinger im Gespräch mit Farmmitarbeitern.

Leitzinger holte Informationen bei Farmmitarbeitern ein. 

Als dramatisch erlebte die Österreicherin die massive Abholzung des Urwalds und die gleichzeitige Austrocknung von Agrarflächen. In Projekten versuche man Flüsse zu renaturieren, damit sich Wasser länger in der Region hält und die Grundwasserspiegel nicht so rasch absinken, erzählt sie.

Hoffnung

Den Menschen hier müssten die Maßnahmen nicht nur erklärt werden, sondern sie müssten auch den Nutzen direkt spüren, erklärt Leitzinger. Ein Satz eines ugandischen Kollegen habe sie besonders berührt – und an Jane erinnert: "Jeder Tropfen auf den heißen Stein bewirkt etwas Kühlung.“

Bei Leitzingers Besuchen ging es auch um Goodalls Herzensthema, den Schutz noch immer gejagter Schimpansen und die Menschen, die mit ihnen leben. Ranger entfernen tödliche Schlingfallen von Wilderern, Waldkorridore sollen Mensch-Wildtier-Konflikte reduzieren und Bildungs- sowie Einkommensprojekte schaffen.

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