Alte robuste Birnensorten sollen die Zukunft der Mostproduktion sichern

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Haag
12/19/2015

Versuchsgarten lässt die Mostbauern hoffen

Obstbauexperten aus Klosterneuburg eilen Bauern bei der Rettung der Mostbäume zu Hilfe.

von Wolfgang Atzenhofer

Einem neuartig konzipierten Obstgarten mit über 3200 Apfel- und Birnbäumen gilt derzeit das Interesse der Obstbauern im Mostviertel. Auf 7000 Quadratmeter Grund des Mostbarons Hans Hiebl in Haag wurde mit Hilfe der Experten der Obstbauschule Klosterneuburg eine Versuchsanlage ausgepflanzt, die Know-how zur Rettung der Obsttradition im Mostviertel bringen soll.

Während regionale Obstprodukte, etwa Edelbrände, mit Weltmeistertitel gekürt wurden, bekommen die Obstbauern zunehmend Probleme, die Bäume als Grundlage ihrer Wertschöpfung erhalten zu können. Seuchen wie Feuerbrand oder der Birnbaumverfall, Klimaänderung und unzureichende Pflege dezimieren den Baumbestand massiv. Die Kulturlandschaft mit den mächtigen Birnbäumen zu retten, habe nun "höchste Priorität", versichern Moststraßen-Obfrau Michaela Hinterholzer und Obstverbandsobmann Hiebl.

EU-Geld

Gut 2,6 Millionen Euro pumpt die EU bis 2020 in die Leaderregion Moststraße. "40 Prozent davon werden in Erhaltungsmaßnahmen rund um die Mostobstbäume investiert", kündigt Hinterholzer an. Alte Obstsorten und das Verwerten der Ernten für hausgemachte Säfte und Moste erlebe zum Glück eine Renaissance, berichten die Aktivisten. Bei der im Herbst organisierten Obstbaumpflanzaktion wurden über 2000 Jungbäume ausgegeben. Der Versuchsgarten in Haag basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen der Klosterneuburger Fachleute. Es wurden Baumsorten gewählt, die hohe Resistenz gegen Krankheiten und gute Erntequalität aufweisen, berichtet Forscher Lothar Wurm. In 22 Reihen wurden 90 hochstämmige Birnbäume von niedrigen Apfelsorten umpflanzt. Die Birnen bringen erst in 15 Jahren Ernten, die Äpfel schon in zwei. Nach 15 Jahren werden die Äpfel gerodet, dann können sich die Birnbäume entfalten. Wurm und der Klosterneuburger Obstbaumeister Markus Ruzicka, der Hiebl beim Installieren des Gartens geholfen hat, nennen diese Art des Versuchsgartens deshalb "Bleiber-Weicher-Anlage".
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.