Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz

© KURIER/Patrick Wammerl

Chronik Niederösterreich
03/30/2019

Vater soll Baby zu Tode geschüttelt haben: Keine Mordanklage

Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat Anklage wegen schwerer Körperverletzung mit tödlichem Ausgang erhoben.

von Patrick Wammerl

Der 19-jährige Kindsvater soll die Nerven verloren und den kleinen Damien zu Tode geschüttelt haben. So sieht es die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt und hat im Fall des drei Monate alten Säuglings Anklage gegen den Vater erhoben. Und zwar nicht wegen Mordes, sondern wegen absichtlich schwerer Körperverletzung mit Todesfolge. Der Strafrahmen im Falle einer Verurteilung reicht von einem bis zu 15 Jahre Haft.

Wie vom KURIER berichtet, ereignete sich der schreckliche Vorfall bereits am 30. Oktober in Neunkirchen. Damien war die Nacht über in der Obhut des 19-jährigen Vaters gewesen. Die gleichaltrige Mutter hielt sich in ihrer Wohnung auf, um einmal ohne den Säugling in Ruhe durchschlafen zu können.

Nach Angaben der Mutter hatte sich ihr Partner zunächst geweigert, alleine auf das Baby zu schauen und den Buben schließlich doch mitgenommen. Zeitig in der Früh sei der hysterische Vater mit dem bereits leblosen Kind vor ihrer Türe gestanden.

Die Mutter hatte noch versucht den Säugling zu reanimieren, bis der Notarzt eintraf. Damien wurde auf schnellstem Wege in das Landesklinikum Wiener Neustadt eingeliefert. Vierzehn Tage später verstarb der Bub auf der Kinder-Intensivstation infolge seiner schweren Hirnschädigung. Gerichtsmediziner Wolfgang Denk stellte ein schweres Schütteltrauma bei dem Baby fest.

Laut seinem Rechtsanwalt, Wolfgang Blaschitz, behauptet der beschuldigte Kindsvater mit dem Baby nicht überfordert gewesen zu sein. „Es ist ihm nur aufgefallen, dass Damien komisch geatmet habe. Er sei nervös geworden und schnell über die Stiegen zur Wohnung hinauf gelaufen. In Panik habe er dabei vielleicht das Kind geschüttelt“, sagt Blaschitz

Laut Anklage habe sich der Kindsvater bei seinen Vernehmungen in Widersprüche verwickelt und immer wieder andere Gründe für den Atemstillstand des Kindes genannt. Dazu wird er von der Mutter des Babys stark belastet. Die Mutter des Opfers gab an, dass der Beschuldigte ihren gemeinsamen Sohn des Öfteren etwas zu grob angefasst habe und insbesondere den Kopf nicht genug gestützt hätte. Ferner seien von ihr verschiedene Verletzungen bei Damien, insbesondere Hämatome, wahrgenommen worden, welche bei ihr den Verdacht auf Misshandlungen durch den Beschuldigten erweckt hätten, heißt es in der Anklage.

Der 19-jährige Angeklagte, der bereits vier Vorstrafen aufweist, sitzt nach wie vor in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Untersuchungshaft. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

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